Wirtschaft : Staatsdiener Pfaffenbach meldet sich ab

Ex-Kanzlerberater geht nach 37 Jahren in Pension

von
Foto: ddp

Berlin - Er hat Helmut Kohl, Gerhard Schröder und Angela Merkel als Berater gedient, aber ins Wirtschaftsministerium kehrte er mehrfach zurück. Vor 37 Jahren fing Bernd Pfaffenbach in Bonn als Referent für Energiefragen an, da war der heutige Ressortchef Philipp Rösler gerade ein Jahr alt. Am Dienstag verabschiedete der Minister den 65-jährigen Staatssekretär in den Ruhestand – und übergab ihm ein Bundesverdienstkreuz erster Klasse. Eine „großartige Persönlichkeit“ sei zu ehren, die allseits geschätzt werde.

Unter den Gästen Altkanzler Schröder, die drei ehemaligen Wirtschaftsminister Helmut Haussmann, Michael Glos und Rainer Brüderle, Ex-Innenminister Otto Schily, US-Botschafter Philip Murphy und viele Top-Beamte. Pfaffenbach ließ seine Zeit an der Seite der Mächtigen Revue passieren, von Kohls Strickjacke bis zur Agenda 2010. Und einen Rat von Richard von Weizsäcker gab er preis: Er möge nie eine gestreifte Krawatte zum gestreiften Hemd tragen. „Tore schießen kann man auch aus der zweiten Reihe“, lautete das Resümee. Jetzt wolle er „nach 38 Jahren wunderbarer Ehe“ mehr Zeit mit seiner Frau Anne verbringen.

Der Höhepunkt seiner beispiellosen Laufbahn war der G-8-Gipfel von Heiligendamm, den er vorzubereiten hatte. „Ein kluger Mann mit dem härtesten Job der Welt“, urteilte Popstar Bob Geldof damals im Tagesspiegel. Zugute kam dem Beamten bei den Musiker-Aktivisten um Bono, Geldof und Herbert Grönemeyer, dass er als Jugendlicher in diversen Bands Gitarre spielte. „Vielleicht sollten die Politiker eine Band starten. Clinton am Saxofon, Blair an der Gitarre und Pfaffenbach am Bass“, meinte Geldof.

Es kam anders: Unlängst trat Geldof im „Asphalt“ in Berlin auf und holte Pfaffenbach auf die Bühne, der sich eine weiße Fender umhängte und mitrockte. Eine „coole Sau“ sei der Staatssekretär, schrieb eine Zeitung, was Rösler genüsslich zitierte – bei jüngeren Menschen gelte das als Auszeichnung. Moritz Döbler

Autor

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben