Wirtschaft : Staatsgeld für Autozulieferer ZF  Konkurrent Bosch erwartet Erholung erst 2012

Berlin/Frankfurt am Main - Der drittgrößte deutsche Autozulieferer ZF Friedrichshafen bekommt einen Staatskredit von 250 Millionen Euro und baut massiv Stellen ab. Der Kredit wird aus dem Deutschlandfonds für notleidende Unternehmen gewährt. Der zuständige Lenkungsausschuss habe für das Darlehen der Staatsbank KfW grünes Licht gegeben, bestätigte am Dienstag in Berlin das Bundeswirtschaftsministerium.

Gleichzeitig gab ZF auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) den Abbau von 3500 Stellen bekannt. Seit Jahresbeginn sei die Zahl der Mitarbeiter von 63 300 auf etwa 59 800 gesunken. Für das Gesamtjahr erwartet ZF einen Umsatzeinbruch auf rund 9,2 Milliarden Euro nach zuvor 12,5 Milliarden Euro. Der Vorstand rechnet für 2009 mit einem Verlust von 500 Millionen Euro. 2008 gab es noch einen Überschuss von 434 Millionen Euro. Der Spezialist für Antriebs- und Fahrwerkstechnik leidet unter anderem unter der flauen Nachfrage der Nutzfahrzeugbranche. Erst in drei bis vier Jahren könne das Niveau vor der Krise erreicht werden, sagte Härter. Der ZF-Chef hatte bereits ein 600-Millionen-Euro-Sparpaket angekündigt. Die Stammbelegschaft in Deutschland soll aber gehalten werden. Auf dem Heimatmarkt beschäftigt ZF rund 37 000 Mitarbeiter, rund drei Viertel davon befinden sich derzeit in Kurzarbeit.

Auch der weltgrößte Automobilzulieferer Bosch rechnet im laufenden Jahr mit tiefroten Zahlen und hat weltweit mehrere tausend Jobs abgebaut. „Ende 2009 wird die Bosch-Gruppe mit voraussichtlich 270 000 rund 10 000 Mitarbeiter weniger als zu Beginn des Jahres haben“, sagte Bosch-Chef Franz Fehrenbach am Dienstag. Für das Gesamtjahr 2009 rechnet Bosch mit einem Umsatzeinbruch von rund 15 Prozent. Insgesamt könne es noch bis 2012 dauern, bis das Niveau von 2007 wieder erreicht würde. dpa

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