Wirtschaft : Stabiles Interesse an deutschen Wohnungen

Berlin - Die Krise an den Kredit- und Aktienmärkten wird den Handel mit deutschen Wohnimmobilien 2008 kaum beeinträchtigen. Zu dieser Einschätzung kommt die Beratungsfirma Ernst & Young in einer am Donnerstag vorgestellten Präsentation. „Eigenkapitalbasierte und langfristig orientierte Investoren sorgen weiterhin für eine robuste Nachfrage“, sagten die Experten voraus. Preise wie Transaktionsvolumen blieben 2008 stabil. 2007 sei besser als erwartet verlaufen. „Das prognostizierte Volumen von elf Milliarden Euro ist übertroffen worden“, sagte Ernst & Young-Partner Christian Schulz-Wulkow dem Tagesspiegel. Ende der 90er Jahre war es auf dem deutschen Wohnimmobilienmarkt zu einem drastischen Einbruch der Miet- und Kaufpreise gekommen. In der Folge waren vor allem ausländische Finanzinvestoren als Käufer aufgetreten, die unter anhaltendem Anlagedruck stehen. „Internationale Investoren gehen von nachhaltigen Wertsteigerungen in Deutschland aus – auch in Berlin“, sagte Schulz- Wulkow. 2008 sei mit „kleinen bis mittelgroßen Paketverkäufen von jeweils 1000 bis 5000 Wohnungen“ zu rechnen. Zu spüren sei die Krise gleichwohl, weil die Kreditvergabe der Banken restriktiver werde. Insbesondere in Ballungsgebieten könnten die Investoren 2008 aber mit steigenden Mieten rechnen.

Rückblickend zieht Ernst & Young eine eher nüchterne Bilanz: Die Businesspläne vieler Finanzinvestoren hätten sich auf dem deutschen Wohnimmobilienmarkt nicht erfüllt. So seien erwartete Privatisierungsszenarien vielfach nicht aufgegangen, Kostenreduzierungen hätten sich schwieriger als erwartet gestaltet, Mietanpassungen seien nur in begrenztem Umfang realisiert worden. Allerdings seien in einem „dynamischen Zyklus“ Wertsteigerungen verzeichnet worden. mot

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