Stabilisierung in Fernost : Chinas Wirtschaft wächst im zweiten Quartal um 7,0 Prozent

Knapp, aber gerade so hat Chinas Wirtschaftswachstum die Erwartungen der Analysten übertroffen: Sieben Prozent Wachstum weist die Volksrepublik für das zweite Quartal aus, befürchtet worden war ein Wert darunter. Trotzdem ist es das geringste Wachstum seit einem Vierteljahrhundert.

Sieben Prozent Wirtschaftswachstum in China: Der niedrigste Wert seit einem Vierteljahrhundert
Sieben Prozent Wirtschaftswachstum in China: Der niedrigste Wert seit einem VierteljahrhundertFoto: Reuters

Nach zahlreichen Maßnahmen zur Ankurbelung der Binnennachfrage hat sich das Wachstum der chinesischen Wirtschaft im zweiten Quartal dieses Jahres stabilisiert. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte zwischen April und Juni um 7,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu, wie die Nationale Statistikbehörde am Mittwoch mitteilte. Damit wuchs die chinesische Wirtschaft genauso stark wie im ersten Quartal des Jahres und übertraf die Erwartungen von Analysten.

Die chinesische Regierung rechnet für das Gesamtjahr 2015 mit einem Wirtschaftswachstum um "rund 7,0 Prozent". Damit liegt sie aber weit unter früheren Werten. 2014 war das BIP bereits mit 7,4 Prozent auf den niedrigsten Wert seit fast 25 Jahren gefallen. 2013 hatte die Volksrepublik immerhin noch ein Wachstum von 7,7 Prozent erzielt.

"Weiterhin kompliziert"

Die "internen und externen wirtschaftlichen Bedingungen" seien weiterhin "kompliziert", sagte ein Sprecher der chinesischen Statistikbehörde. Dennoch zeigten die neuen Wirtschaftszahlen vom Mittwoch, dass sich das Wachstum stabilisiert habe und bereit für einen Aufwärtstrend sei. Es sei "sehr wahrscheinlich", dass es in der zweiten Jahreshälfte besser laufe.

Die kommunistische Führung versucht zurzeit, ein nachhaltigeres Wirtschaftsmodell zu schaffen und nimmt dafür geringeres Wachstum in Kauf. Ziel soll es sein, die Binnennachfrage zu stärken. Die Regierung hatte bereits im Frühjahr 2014 mit einem "Mini-Konjunkturpaket" versucht, das Wachstum anzukurbeln. Sie senkte Steuern und lockerte die Regulierung für die Banken etwas, um Kredite an Kleinunternehmen zu fördern. Doch der Erfolg war bescheiden. Seit November senkte nun die chinesische Zentralbank bereits vier Mal die Leitzinsen und lockerte die Anforderungen für Banken an Geldreserven, um die Kreditvergabe zu erleichtern. (AFP)

1 Kommentar

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben