Wirtschaft : Stadt Düsseldorf will bei RWE aussteigen

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Düsseldorf Die Stadt Düsseldorf wird sich bald aus dem Essener Energiekonzern RWE zurückziehen. Oberbürgermeister Joachim Erwin will sich vom Stadtrat ermächtigen lassen, das Paket von 15,7 Millionen Aktien in Teilen oder ganz zu verkaufen. Am 1. September werde er eine entsprechende Vorlage im Stadtrat einbringen, kündigte er im Gespräch mit dem Handelsblatt an. Die Verwaltung solle das RWE-Paket in Teilen oder ganz abstoßen können.

Erwin hatte zwar schon wiederholt erklärt, die Stadt wolle sich langfristig aus dem RWE-Konzern zurückziehen, bislang wegen zu niedriger Kurse davon aber abgesehen. In diesem Jahr legte die RWE-Aktie jedoch über 30 Prozent zu. Derzeit ist das Düsseldorfer Aktienpaket rund 860 Millionen Euro wert – die Kommune könnte damit ihre Schulden fast tilgen. Düsseldorf müsse zur Bedienung seiner Darlehen über vier Prozent an Zinsen zahlen, die RWE-Aktie werfe aber nur eine Rendite von unter drei Prozent ab, rechnete Erwin vor. Die Stadt hält direkt und über kommunale Betriebe 15,7 Millionen RWE-Aktien, das entspricht einem Anteil von rund 2,8 Prozent an dem Essener Konzern. Der Schritt könnte Signalcharakter für andere Kommunen haben. Rund 31 Prozent der RWE-Aktien sind in kommunalem Besitz. pk/pam/HB

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