Wirtschaft : Stadtwerke bringen Stromstreit vor Gericht

Musterklage gegen Preise

NEUSTRELITZ (dpa).Im Streit um die Industriestrompreise in Ostdeutschland wollen die Neustrelitzer Stadtwerke als erste mit einer Klage ernst machen.Stellvertretend für andere ostdeutsche Stadtwerke werde Mitte Juni eine Musterklage beim Oberlandesgericht Rostock eingereicht, sagte Geschäftsführer Ekkehard Wasel auf Anfrage.28 der über 100 ostdeutschen Strom-Stadtwerke hätten sich dafür zu einer Prozeßkostengemeinschaft zusammengeschlossen. Geklagt werde gegen die Energieversorgung Müritz-Oderhaff (EMO) AG, den in Neubrandenburg ansässigen Regionalversorger.Zugleich betreffe die Klage auch den überregionalen Stromversorger Vereinigte Energiewerke AG (Veag).Der Weg über das Gericht biete zugleich die Möglichkeit, die Strukturen der Stromversorgung in den neuen Ländern offenzulegen, sagte Wasel.In dem angestrebten Prozeß rechnet er den Stadtwerken gute Chancen aus, "weil es so überzogene Strompreise noch nie gegeben hat".Der von der Veag an die Regionalversorger gelieferte Strom sei bereits durchschnittlich zwei Pfennig teurer als im Westen.Die EMO erhalte den Strom derzeit für 12 Pfennig je Kilowattstunde.Allein für das Durchleiten durch ihr Netz verlange sie von den Stadtwerken weitere 12 Pfennig.Für akzeptabel hält Wasel 2 bis 2,5 Pfennig.

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