Stadtwerke : Warnung vor dem Oligopol

Aus der Sicht der Stadtwerke ist es essenziell, dass die geplante Laufzeitverlängerung für die Atomkraftwerke nicht zu lang ausfällt.

Im März haben 150 Stadtwerke eine entsprechende Studie vorgelegt. Johannes van Bergen, Geschäftsführer der Stadtwerke Schwäbisch Hall, sagt: „Die Auswirkungen der Laufzeitverlängerung auf den Wettbewerb im deutschen Stromerzeugungsmarkt sind katastrophal.“ Die Laufzeitverlängerung zementiere das Erzeugeroligopol von Eon, RWE, EnBW und Vattenfall.

Viele Stadtwerke haben bereits in den vergangenen Jahren viel Geld in die erneuerbare Stromerzeugung investiert, weil sie sich auf den Atomausstieg verlassen haben. Die Stadtwerke verlangen im Fall einer Laufzeitverlängerung zumindest, dass die vier großen Energiekonzerne gleichzeitig gezwungen werden, Kohlekraftwerke vom Netz zu nehmen, um den Markteintritt neuer Akteure nicht zu verhindern. Das hätte zudem einen positiven Effekt auf die Klimabilanz, argumentieren die Stadtwerke.

Mit dem Kauf der Thüga AG, einem Stadtwerke-Konsortium, das zuvor zum Düsseldorfer Eon-Konzern gehört hatte, haben 50 Stadtwerke zudem gezeigt, dass sie künftig im Energiemarkt eine größere Rolle spielen wollen. Einige investieren in Offshore-Windparks, andere denken über den Ausbau der kommunalen oder regionalen Stromnetze zu sogenannten Smart Grids nach. Allerdings sagt Ewald Woste, Chef der Thüga AG, unter den gegebenen Bedingungen sei eine solche Investition kaum gewinnbringend möglich. „Wir brauchen eine Anreizregulierung, die echte Anreize bietet, in intelligente Netze zu investieren. Ich denke, die Voraussetzungen für den Netzausbau werden eine entscheidende Frage für das energiepolitische Gesamtkonzept der Bundesregierung sein.“ deh

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben