Städteranking : Berlin schlägt Köln

Wie zukunftsfähig sind die größten deutschen Städte? In einer aktuellen Studie schneidet Berlin nicht schlecht ab. Mit einem funktionierenden BER könnte es sogar noch aufwärts gehen.

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Mit einem fertigen Flughafen würde es für Berlin noch besser laufen, meint HWWI-Chef Thomas Straubhaar.
Mit einem fertigen Flughafen würde es für Berlin noch besser laufen, meint HWWI-Chef Thomas Straubhaar.Foto: dpa

Zu einem Platz unter den ersten dreien reicht es noch nicht. Doch Berlin entwickelt sich im Wettbewerb der zukunftsfähigen Städte besser als die meisten Konkurrenten. Mit Rang fünf im aktuellen Ranking des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) und der Berenberg Bank rückt die Hauptstadt verglichen mit 2010 um drei Plätze vor. „Der Wachstumsmotor in der Hauptstadt läuft“, sagte HWWI-Chef Thomas Straubhaar bei der Vorstellung der Studie in Frankfurt am Main.

„Standortvorteile wie Bildung und Innovationsfähigkeit, Internationalität und Erreichbarkeit haben sich im Ranking immer weiter verbessert.“ Er rechne damit, dass sich Berlin auch künftig unter den ersten fünf Städten wiederfinden werde. Zugleich machte er deutlich, wo es seiner Ansicht nach hakt. „Wenn der Flughafen doch endlich mal fertig gebaut ist, wird Berlin aufzuholen beginnen.“

Zum dritten Mal in Folge holte sich Frankfurt am Main den Spitzenplatz im Vergleich der 30 größten deutschen Städte. Auch an München auf Rang zwei kam erneut keiner der Konkurrenten vorbei. Bonn verdrängte Düsseldorf auf Platz vier. Köln verlor seinen Platz an Berlin.

Wenig Hoffnung haben die Forscher indes für Chemnitz. Die Stadt in Sachsen hat den letzten Platz seit der ersten Studie 2008 abonniert. Die Ränge 25 bis 29 belegen ohne Ausnahme nordrhein-westfälische Großstädte wie Dortmund, Gelsenkirchen oder Bochum. Die größten Sprünge verglichen mit 2010 machten Essen – von 21 auf zehn – und Stuttgart. Die baden-württembergische Landeshauptstadt verbesserte sich von Rang 16 auf neun.

Für die Studie verglichen die Ökonomen, wie sich etwa Produktivität, Innovationsfähigkeit, Demografie und Internationalität in den vergangenen Jahren entwickelten. Berlin verzeichnet beispielsweise mit 115 000 die größte Zahl an Zuwanderern seit 2005. Den höchsten Anteil ausländischer Studierender hat aber Seriensieger Frankfurt. Der Erfolg einer Großstadt hänge vor allem davon ab, wie der Strukturwandel gelinge, sagte Berenberg-Chef Hans-Walter Peters: hin zu mehr Dienstleistung und forschungsintensiven Industrien.

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