Städtetag zu Flüchtlingen : "Der größte Aufwand steht uns noch bevor"

Der Chef des Städte- und Gemeindebundes: Die Lage entspannt sich, aber für die Integration der Flüchtlinge brauchen wir Zehntausende zusätzlicher Lehrer und Erzieher.

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Gerd Landsberg ist Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, der die Interessen von Städten und Kreisen vertritt.
Gerd Landsberg ist Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, der die Interessen von Städten und Kreisen vertritt.Foto: picture alliance / dpa

Der Rückgang der Flüchtlingszahlen entlastet die Städte und Gemeinden. "Die Lage entspannt sich", sagte Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, dem Tagesspiegel. "Das gibt den Kommunen auf jeden Fall eine Atempause." Doch die "Herkulesaufgabe Integration" stehe noch bevor, "dazu brauchen wir mehr Hilfe vom Bund und von den Ländern", sagte Landsberg im Interview. Für rund 300000 zusätzliche Schüler würden bis zu 20000 Lehrer und für 100000 Kitakinder mindestens 15000 Erzieherinnen und Erzieher gebraucht. "Die entscheidende Frage ist, wer das zusätzliche Personal und die Leistungen in den nächsten Jahren finanziert. "

 "Die Wohnsitzauflage wird kommen"

Landsberg rechnet in den kommenden mit einem Integrationsgesetz, in dem diese Frage beantwortet wird, und einer Wohnsitzauflage, mit der Flüchtlinge auch in ländlichen Randregionen angesiedelt werden können. "Es geht darum, Ghettos zu vermeiden, denn es zieht die meisten Menschen in die größeren Städte", erklärte Landsberg. "Die Wohnsitzauflage wird kommen, da bin ich mir sicher."

Grundsätzlich sieht er die mit 145 Milliarden Euro verschuldeten Kommunen an der Grenze der Leistungsfähigkeit, zumal die Ausgaben für Soziales inzwischen die Investitionen um mehr als das Doppelte übersteigen. "Auf lange Sicht werden wir den Sozialstaat reformieren müssen und uns mehr auf die wirklich Bedürftigen konzentrieren", sagte der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes dem Tagesspiegel. "Wir müssen Mittel freibekommen für Investitionen."

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