Wirtschaft : Stärkere Kontrolle über Hedgefonds

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Berlin - Für die deutsche Initiative zur stärkeren Kontrolle der hoch spekulativen Hedgefonds kann Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) mit Unterstützung seiner EU-Kollegen rechnen. „Alle sind sich einig, dass wir mehr Transparenz brauchen“, sagte Steinbrück am Samstag zum Abschluss des informellen EU-Finanzministertreffens in Berlin. Angestrebt sei eine Selbstverpflichtung der Hedgefonds zu einem verbindlichen Verhaltenskodex.

Die hierzulande auch als Heuschrecken geschmähten Fonds verwalten enorme Summen: Zum Ende des vergangenen Jahres waren es geschätzte 1400 Milliarden Dollar. Fehlspekulationen könnten deshalb Dominoeffekte entfalten und schwere Finanzkrisen auslösen, argumentieren Befürworter einer stärkeren Kontrolle. Ein verbindlicher Verhaltenskodex für die Hedgefonds wäre ein „bedeutender Schritt“, sagte Steinbrück. Um einen solchen Kodex zu erreichen, müssten die Vertreter der wichtigsten Fonds bei den Beratungen mit am Tisch sitzen. Keine „zufriedenstellende“ Antwort gebe es allerdings bislang auf die Frage, wie Verhaltensvorschriften kontrolliert werden könnten.

Unterstützung für die deutsche Initiative erhielt Steinbrück nach eigenen Angaben von der EU-Kommission, der Europäischen Zentralbank, den EU-Notenbankgouverneuren und dem Forum Finanzstabilität. Diese Arbeitsgruppe von Finanzministerien, Zentralbanken und Finanzaufsichtsbehörden der Industrieländer hatte in einem Zwischenbericht Ende März mehr Transparenz für Hedgefonds empfohlen. Seinen fertigen Bericht soll das Forum beim Treffen der Finanzminister der sieben führenden Industriestaaten(G 7) und Russlands Mitte Mai in Potsdam vorlegen. Zehn Tage vorher, beim formellen Treffen der EU-Finanzminister, erwartet Steinbrück einen Beschluss zu mehr Transparenz für Hedgefonds. „Das wäre eine sehr gute Unterstützung und Legitimierung“ für das G-7-Treffen, sagte er. AFP

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