Wirtschaft : Stahl-Deal bei Preussag?

Konzern verhandelt mit British Steel

HANNOVER (ds/HB). Erhebliche Unruhe hat in Niedersachsen die Nachricht ausgelöst, daß der hannoversche Preussag-Konzern über den Verkauf der Tochtergesellschaft Preussag Stahl AG (PS), Peine, an den britischen Stahlriesen British Steel verhandeln soll. Die Arbeitnehmerseite einschließlich der IG Metall befürchtet nachhaltige Auswirkungen für die Stahl-Standorte in Salzgitter, Peine und Ilsenburg (Harz) und die derzeit noch 7500 Arbeitsplätze.Preussag Stahl produzierte im vergangenen Geschäftsjahr fünf Mill.Tonnen Stahl und erwirtschaftete damit einen Außenumsatz von rund drei Mrd.DM. In den Strategieplänen des hannoverschen Mischkonzerns spielt der Stahlbereich eine eher untergeordnete Rolle.Vorstandschef Michael Frenzel wird nicht müde, darauf hinzuweisen, daß der Stahl nicht zu den "dynamischen Ausbaufeldern" gehört.Zu den Konzernbereichen, die dynamisch wachsen, zählen die Gebäudetechnik sowie die Energie und Logistik/Touristik.Laut Vorstandschef Michael Frenzel habe beim Stahl die "Konsolidierung" Priorität.In der Öffentlichkeit wird diese Aussage als Verkaufsabsicht interpretiert.Erinnert wird an die Trennung von Metalleurop und den erklärten Ausstieg aus dem Kohlenbergbau.Der Verdacht, daß Preussag Stahl ein ähnliches Schicksal droht, wird in Bankenkreisen durch den Hinweis auf dringend benötigtes Kapital verstärkt.Die Übernahme von Hapag Lloyd hat viel Geld gekostet (2,8 Mrd.DM).Über die Finanzierung herrscht noch immer Ungewißheit.Preussag-Chef Frenzel hat zwar die Frage, ob Preussag Stahl zur Disposition steht, immer strikt verneint, sie muß aber nicht für alle Ewigkeit gelten.

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