Wirtschaft : Stahl ist wieder gefragt

Leichtes Plus erwartet / Arcelor-Mittal mit Verlust.

Hochofen fünf.
Hochofen fünf.Foto: dpa

Düsseldorf/Brüssel - Nach schwierigen Monaten gibt es für die gebeutelte Stahlindustrie wieder Hoffnung: Bei den deutschen Stahlkochern mit Branchengrößen wie Thyssen-Krupp und Salzgitter zog nach einem anderthalbjährigen Schrumpfkurs zum Jahresschluss 2012 die Nachfrage erstmals wieder an. Auch der in Luxemburg ansässige Weltmarktführer Arcelor-Mittal nimmt nach einem Milliardenverlust und Werksschließungen im vergangenen Jahr klare Anzeichen für eine Trendwende wahr. So hätten die Stahllieferungen zuletzt wieder angezogen – vor allem dank des wirtschaftlichen Aufschwungs in China und Brasilien.

Die Wirtschaftsvereinigung Stahl erklärte am Mittwoch, viele Kunden müssten ihre leeren Lager nun wieder füllen, nachdem sie sich wegen der unsicheren Wirtschaftsaussichten zuvor mit Neubestellungen zurückgehalten hätten. Deshalb dürfte der positive Auftragstrend erst einmal anhalten, zeigte sich der deutsche Verband überzeugt. Von Oktober bis Dezember 2012 kletterten die Bestellungen nach Angaben des Verbands im Vergleich zur Vorjahresperiode um ein Prozent auf 9,3 Millionen Tonnen. Verglichen mit dem Vorquartal betrug der Anstieg sogar sieben Prozent. Für Rückenwind sorgten dabei angesichts der noch immer mauen Nachfrage aus dem Inland Bestellungen aus dem Ausland.

Für 2013 rechnet die Wirtschaftsvereinigung Stahl nach wie vor mit einer weitgehend stabilen Produktion mit Tendenzen zu einer leichten Aufwärtsbewegung (43 Millionen Tonnen), aber noch nicht mit einer durchgreifenden Erholung.

Auch Weltmarktführer Arcelor-Mittal zeigte sich wieder zuversichtlicher. Der Einbruch in Europa verlangsame sich und auf den wichtigen Märkten in China und Brasilien springe der Wachstumsmotor wieder an, erklärte der Konzern am Mittwoch. Die Schuldenkrise in Europa und die Wirtschaftsflaute in China brockten Arcelor-Mittal im vergangenen Jahr jedoch noch einen milliardenschweren Verlust ein. Unter dem Strich stand wegen einer Milliarden-Abschreibung auf das Geschäft in Europa ein Minus von 3,73 Milliarden Dollar (2,76 Milliarden Euro) in den Büchern, nach einem Gewinn von 2,26 Milliarden 2011. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen brach der Gewinn immerhin noch um rund 30 Prozent ein – auf 7,08 Milliarden Dollar, den zweitniedrigsten Wert der Firmengeschichte. Das Kerngeschäft werde jedoch dieses Jahr wieder bessere Ergebnisse liefern, erklärte Arcelor-Mittal.

In Europa erwartet Arcelor-Mittal 2013 nur noch einen Nachfragerückgang um ein Prozent, nachdem diese 2012 noch um knapp neun Prozent eingebrochen war. rtr

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