Wirtschaft : Stahl wird für Thyssen unwichtiger

Essen - Stahl verliert bei ThyssenKrupp immer mehr seine dominante Rolle. Beim Umbau zum Technologiekonzern werde Stahl nur noch 30 Prozent des Konzernumsatzes ausmachen, erläuterte Vorstandschef Heinrich Hiesinger seinen Führungskräften bei einem Treffen in Essen. Entsprechende Informationen des „Spiegel“ bestätigte am Sonntag ein Konzernsprecher. Der Erzeugungsanteil in der Stahlsparte kam zuletzt auf 40 Prozent. Kern des Umbaus bleiben unverändert der Verkauf der neuen Stahlwerke in Brasilien und Nordamerika sowie des Edelstahlgeschäfts.

Übrig bleibe das europäische Stahlgeschäft mit zuletzt 12,8 Milliarden Euro Umsatz. Während die US-Eisengießerei Waupaca bereits verkauft ist, werden für die beiden verlustreichen Stahlwerke in Nord- und Südamerika noch Käufer gesucht. Für die Edelstahlsparte Inoxum ist zwar mit dem finnischen Konzern Outokumpu ein Käufer gefunden, die Kartellwächter haben aber Bedenken. Mitte November will die EU-Kommission eine Entscheidung vorlegen. Es geht bei den Verkäufen insgesamt um Erlöse im fast zweistelligen Milliardenbereich. Derzeit drücken ThyssenKrupp Milliardenschulden durch den überteuerten Bau der beiden Überseestahlwerke. dpa

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