Wirtschaft : Stahlbranche: Fusion löst Euphorie an den Börsen aus

Nach dem Fusionsbeschluss der europäischen Stahlkonzerne Usinor, Arbed und Aceralia sind die Aktienkurse der beteiligten Unternehmen am Dienstag in die Höhe geschnellt. An den Börsen in Paris, Madrid und Brüssel verzeichneten deren Papiere zeitweise erhebliche Kursgewinne. Die Aktien des spanischen Aceralia-Konzerns legten zum Börsenbeginn in Madrid um mehr als 34 Prozent zu, die Luxemburger Arbed-Aktien in Brüssel um 52 Prozent. Am Freitag und Montag war die Notierung von Aceralia wegen der Fusionspläne ausgesetzt gewesen. Der enorme Kurssprung wurde nur dadurch möglich, dass die Börse in Madrid ausnahmsweise Kursschwankungen von bis zu 50 Prozent zuließ. Normalerweise beträgt die zulässige Marge höchstens 15 Prozent. In Paris verzeichneten die Anteilsscheine des französischen Usinor-Konzerns Gewinne um fünf Prozent.

Analysten bezeichneten es als "logisch", dass vor allem die Papiere des spanischen und des Luxemburger Unternehmens deutlich an Wert gewannen. Aceralia und Arbed profitierten von dem geplanten Aktientausch am meisten. Schon im Vorfeld des Zusammenschlusses hatte eine Reihe von Analysten die Aktien der beiden Unternehmen zum Kauf empfohlen. Mit der Fusion soll bis zum Herbst der größte Stahlhersteller der Welt entstehen. Usinor wird 56,5 Prozent an der neuen Gruppe halten, Arbed 23,4 und die Aceralia 20,1 Prozent. Vorerst wird der neue Mammutkonzern New Corporation - kurz Newco - heißen. Von der Fusion versprechen sich die Firmenleitungen bis ins Jahr 2006 jährliche Einsparungen von insgesamt 700 Millionen Euro (1,37 Milliarden Mark).

Die Analysten der Deutschen Bank empfehlen die Aktie von Usinor weiterhin zum Kauf. Der Zusammenschluss sei positiv zu bewerten, teilte Analyst Klaus Soer mit, weil ein starkes Unternehmen geschaffen werde, das enorme Synergieeffekte nutzen könne. Usinor verfüge über ein gutes Ertragspotenzial und sei im internationalen Vergleich niedrig bewertet. Aus diesen Gründen bestünden sehr gute Kurschancen. Die Deutsche Bank hatte bereits vor zwei Wochen das Kursziel für Usinor auf 19 Euro gesetzt.

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