Stahlindustrie : Thyssen-Krupp: 500 Millionen Euro weniger Gewinn

Der Stahlkonzern Thyssen-Krupp hat in den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahrs deutliche Gewinneinbußen hinnehmen müssen. Schuld sind gesunkene Preise und eine Unterauslastung der Werke.

Thyssen-Krupp
Thyssen-Krupp: Gewinn bricht ein.Foto: ddp

In den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres 2007/08, das am 1. Oktober begonnen hat, ist der Gewinn des Stahlkonzerns Thyssen-Krupp vor Steuern kräftig zurückgegangen. Das Konzernergebnis vor Steuern sank von 1,062 Milliarden Euro auf 646 Millionen Euro. Auch der Überschuss reduzierte sich von 661 Millionen Euro auf 435 Millionen Euro. Der Umsatz blieb mit 12,3 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau.

Vorstandschef Ekkehard Schulz zeigte sich jedoch in Hinblick auf das Gesamtjahr optimistisch. Die Anzeichen hätten sich verdichtet, "dass auch 2008 wieder ein gutes Stahljahr wird", sagte er. Die Aktie gab dennoch zunächst um gut drei Prozent nach.

Für das Gesamtjahr werden trotzdem gute Ergebnisse erwartet

Hintergrund des Gewinneinbruchs ist ein deutlicher Rückgang im Edelstahl-Geschäft, das im ersten Quartal einen Verlust von 45 Millionen Euro verzeichnet hat. Im Vorjahreszeitraum war beim Edelstahl noch ein Vorsteuerergebnis von 325 Millionen Euro erwirtschaftet worden. Für den Rückgang macht das Unternehmen drastisch gesunkene Preise und eine Unterauslastung der Werke verantwortlich. Derzeit sehe man jedoch eine "lebhafte Nachfrage bei sich deutlich verbessernden Preisen", hieß es.

Das Ergebnis im wichtigsten Geschäftsbereich Steel ging im ersten Quartal um 46 Millionen Euro auf 353 Millionen Euro zurück. Dafür sind den Angaben zufolge unter anderem Anlaufkosten eines Stahlwerks in Brasilien. Um Stahl aus dem neuen Werk zu verarbeiten, will das Unternehmen auch die Kapazitäten an deutschen Standorten erweitern, etwa in Bochum und Duisburg.

Bereits auf der Hauptversammlung hatte Thyssen-Krupp auf die Probleme hingewiesen und ein schwächeres Konzernergebnis angedeutet. Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern weiterhin einen Ergebnisrückgang auf einen Wert von "über drei Milliarden Euro" bei einem Umsatz von 53 Milliarden Euro. Im zurückliegenden Geschäftsjahr hatte das Unternehmen noch ein Vorsteuerergebnis von 3,8 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das Ergebnis reduzierte sich jedoch durch eine von der EU-Kommission verhängte Strafe wegen Preisabsprachen auf 3,33 Milliarden Euro.  (nim/dpa)

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