Stahlkocher : Erste Warnstreiks noch diese Woche

Nach der ergebnislosen dritten Tarifrunde in der nordwestdeutschen Stahlindustrie will die IG Metall nun mit Warnstreiks Druck auf die Arbeitgeber machen.

Düsseldorf - Bereits am Freitag soll eine erste Protestaktion vor dem ThyssenKrupp-Werk Süd in Duisburg stattfinden, teilte die Gewerkschaft nach einer Sitzung der Tarifkommission in Sprockhövel mit. Bis zum nächsten Verhandlungstermin am Donnerstag kommender Woche sind weitere Warnstreiks an Stahlstandorten in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen geplant. IG-Metall-Verhandlungsführer Detlef Wetzel bezeichnete die Proteste als "unsere Antwort auf das unzureichende Angebot der Arbeitgeber".

Die Stahl-Arbeitgeber hatten nach Gewerkschaftsangaben bei den Verhandlungen am Dienstag in Essen drei Prozent mehr Lohn bei einer Tarifvertragslaufzeit von 19 Monaten angeboten. Außerdem sollen die Beschäftigten eine Einmalzahlung von 500 Euro erhalten. Die IG Metall fordert dagegen für die rund 85.000 Stahlkocher in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen sieben Prozent mehr Gehalt bei einer Vertragslaufzeit von zwölf Monaten. Zusätzlich will die Gewerkschaft eine neue Tarifvereinbarung "Perspektive für Beschäftigung und altersgerechtes Arbeiten" abschließen.

Arbeitgeber-Angebot abgewiesen

Vor der Tarifkommission wies Wetzel die Arbeitgeber-Offerte erneut zurück. "Von der gestiegenen Produktivität sollen die Beschäftigten nichts abbekommen. Vom geforderten Anteil an den steigenden Gewinnen ganz zu schweigen." Statt dessen wollten die Arbeitgeber vom derzeitigen Stahlboom "ganz alleine profitieren".

Nach dem Auftakt am Freitag in Duisburg sollen die Proteste am Montag in Witten und Düsseldorf fortgesetzt werden. Am Dienstag sind Arbeitsniederlegungen, Demonstrationen und Kundgebungen unter anderem im Duisburger Norden, in Salzgitter, Bochum und Dortmund geplant. Tags darauf ruft die Gewerkschaft Stahl-Beschäftigte in Bremen, Krefeld, Peine und Hagen zu Protesten auf. Parallel zur vierten Verhandlungsrunde am Donnerstag kommender Woche in Essen sollen Warnstreiks in Mülheim/Ruhr, Siegen und Herborn stattfinden. Die Friedenspflicht in der Branche war Ende August abgelaufen. (tso/AFP)

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