Wirtschaft : Stahlkonzern Thyssen-Krupp sieht noch keine Erholung

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Der Essener Stahl- und Industriegüterhersteller Thyssen-Krupp bleibt auch für 2002 pessimistisch. Mit einer konjunkturellen Erholung rechne der Düsseldorfer Konzern erst im späten Verlauf des nächsten Jahres, teilte das Unternehmen am Freitag nach einer turnusmäßigen Aufsichtsratssitzung mit. "Vor diesem Hintergrund sind die Chancen auf ein Ergebniswachstum im Geschäftsjahr 2001/2002 sehr eingeschränkt", heißt es in einer Mitteilung. Aus heutiger Sicht sei davon auszugehen, dass das Vorsteuerergebnis von 500 Millionen Euro (ohne Sondereinflüsse) aus 2000/2001 im gerade begonnenen Geschäftsjahr kaum noch zu erreichen sei.

Vor allem im ersten Halbjahr rechnet das Industrieunternehmen mit einem ungünstigen Marktumfeld. "Für den Konzern kann ein Verlust im ersten Quartal nicht ausgeschlossen werden", teilte Thyssen-Krupp mit. Probleme erwartet das Unternehmen vor allem im Bereich Stahl und Automobilzulieferungen.

Für den Winter hat der Konzern Kurzarbeit in der Produktion von Qualitätsflachstahl angekündigt, in der mehrere tausend Beschäftigte tätig sind. Von der möglichen Kurzarbeit seien an allen sechs Standorten in Nordrhein-Westfalen insgesamt bis zu 4000 Mitarbeiter betroffen, sagte der Vorsitzende des ThyssenKrupp Stahl (TKS)-Gesamtbetriebsrates Wilhelm Segerath. Die Betriebsleitung habe in ihrem Antrag auf Kurzarbeit für Dezemer eine Produktionsrücknahme von 30 Prozent genannt. Endgültig werde der Betriebsrat spätestens am 20. November über den Antrag entscheiden. Thyssen-Krupp teilte weiter mit, im aktuellen Geschäftsjahr werde das Unternehmen ein neues Programm zur Steigerung der Effizienz und damit des Ergebnisses unter dem Namen "Thyssen-Krupp best" auf den Weg bringen. Die Einzelheiten des Programms werden erst am 15. Januar zur offiziellen Bilanzvorlage vorgestellt.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2000/2001 (30. September) zeigte das Unternehmen bereits eine Stagnation an. Der Umsatz lag mit 37,9 Milliarden Euro nur unwesentlich über dem Niveau des Vorjahreszeitraumes (37,2 Milliarden Euro). Mit 37,8 Milliarden Euro konnten auch das Volumen der Auftragseingänge nicht gesteigert werden. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) betrug nach Angaben von Thyssen-Krupp über drei Milliarden (Vorjahr: 3,4 Milliarden) Euro. Die Netto-Finanzverschuldung konnte um 1,2 auf 6,5 Milliarden Euro zurückgefahren werden, was vor allem durch Unternehmensverkäufe im Bereich Seeschifffahrt und Erzgewinnung zustande kam.

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