Stahlkonzerne : Russischer Stahlriese Severstal plant Börsengang

Nach seiner bitteren Niederlage in der Schlacht um den europäischen Stahlriesen Arcelor will der russische Severstal-Konzern nun seinen Wachstumskurs über einen Börsengang in London fortsetzen.

Moskau - Wie das Unternehmen ankündigte, soll das Debüt in London noch vor Ende des Jahres stattfinden. Sieben Prozent der Anteile am zweitgrößen russischen Stahlkonzern werden bereits an den Moskauer Börsen gehandelt.

Severstal hatte die Schlacht um Arcelor im Juli verloren. Die Arcelor-Aktionäre stimmten damals in letzter Minute stattdessen für das Angebot des weltweiten Marktführers Mittal. Der Chef und Hauptaktionär von Severstal, Alexej Mordaschow, erklärte nun, der Börsengang in London stelle "eine wichtige neue Etappe in der langsfristigen Wachstumsstrategie" seines Konzerns dar. Angaben dazu, wieviel Geld er durch den Börsengang einzunehmen hofft, machte er nicht.

Corus-Gruppe potentielles Übernahme-Objekt

Experten in Moskau gehen davon aus, dass Severstal zwischen zehn und 30 Prozent seines Kapitals den internationalen Anlegern anbieten muss, um die nötigen Mittel für mögliche Übernahmeprojekte flüssig zu machen. Als ein potenzielles Kaufobjekt für Severstal gilt die britisch-niederländische Corus-Gruppe, die allerdings bereits von einer Reihe anderer Unternehmen umworben wird, darunter von der indischen Tata Steel.

Vor einem Monat hatte die Moskauer Zeitung "Kommersant" zudem über eine möglicherweise bevorstehende Riesenfusion unter den russischen Stahlgiganten berichtet. Demnach gibt es einen Plan zur Verschmelzung des Branchenprimus Evraz mit Severstal und Metalloinvest. Eine solche Großfusion werde vom russischen Präsidenten Wladimir Putin unterstützt, hieß es in dem Bericht. (tso/AFP)

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