Wirtschaft : Stalins Vermächtnis

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Wie sehr hat sich die Welt verändert seit den Zeiten Joseph Stalins, dessen Tod sich vergangene Woche zum 50. Mal jährte? Da gibt es auf der einen Seite die unabhängigen baltischen Staaten, deren Aufnahme in die EU und die Nato bevorsteht. Andererseits existieren stalinistische Regime wie in Nordkorea und Irak und hilfreiche Dummköpfe, die sie im Namen des „Friedens“ verteidigen. Durch Stalins Tod hat sich die Lebensqualität auf diesem Planeten erheblich verbessert. Gerade deshalb sollte man innehalten, um über sein Vermächtnis zu reflektieren.

Manchmal scheint es, als wäre er immer noch unter uns. Dass sowohl Kim JongIl als auch Saddam Hussein Stalins politische Nachkommen sind, ist unbestreitbar.

Das Regime in Nordkorea wurde von Kims Vater Kim Il-Sung unter Stalins Vormundschaft etabliert, und unter seiner Anleitung begann Kim 1950 den Korea-Krieg. Saddams stalinistische Prägung ist stärker. Während der zügellose Kim einen Apparat der Tyrannei von seinem Vater geerbt hat, ist Saddams Bindung an Stalin eine tief empfundene Hingabe. Viele, die Saddams persönliche Bibliothek besucht haben, bestätigen, dass sie voll ist von Büchern über Stalin. Der Iraker studierte Stalins Terrormethoden und setzt sie gezielt ein. Von der Durchführung von Schauprozessen und Säuberungen bis hin zum Personenkult lebt Stalin in Saddam fort.

Stalin hatte Fürsprecher unter den westlichen Reichen und Berühmten, die die Entsprechung der Sowjetmoral mit den Demokratien proklamierten. Und genauso behaupten nicht wenige berühmte Persönlichkeiten heute, der Westen habe keine moralische Autorität, Saddam abzusetzen. Wenn die Geschichte ein Leitfaden sein kann, dann sollte Saddam jedoch nicht allzu sehr auf solche Unterstützung bauen. Schon bald nach Stalins Tod wurde es schick, ihn anzuprangern. Doch die guten Nachrichten überwiegen die schlechten: Wir hören, dass manche Russen sich aus Nostalgie für den toten Diktator in Moskau zusammenfanden, um an sein Leben zu erinnern. Hätte sich zu Stalins Zeiten eine Gruppe versammelt, um einen toten Zaren zu ehren, hätte er sie einfach zusammentreiben und erbarmungslos exekutieren lassen. Wir können uns kein besseres Beispiel dafür vorstellen, wie sich die Lebensqualität verbessert hat, ganz besonders in Russland.

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