Wirtschaft : Stammzell-Entscheidung: Tricks abschauen - und patentieren

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Wolfgang Rüdinger hat unruhige Stunden vor sich. Für den Chef des Biotech-Start-ups Cytonet hängt viel von dem Votum des Bundestages ab: Die Zukunft seines Unternehmens. Entscheiden die Parlamentarier gegen den Import embryonaler Stammzellen, wird er einen Teil seiner Forschung ins Ausland verlagern. "Wenn die Entscheidung gegen den Import von embryonalen Stammzellen ausfällt, ist das ein klarer Wettbewerbsnachteil für den Standort Deutschland", sagt Rüdinger.

Cytonet mit Sitz im nordbadischen Weinheim ist eines der wenigen deutschen Biotech-Unternehmen, die sich mit der Stammzelltherapie beschäftigen. Zusammen mit der Universität Hannover entwickelt die Firma Leberzellen für Leberzelltransplantation. "Wir starten mit adulten Stammzellen, würden uns aber gern den einen oder anderen Trick von der embryonalen Stammzelle abgucken" sagt Rüdinger. Ziel sei es, eigene Patente anzumelden. Und damit Wettbewerbsrechte zu sichern. Das wäre bei Import-Stammzellen kaum möglich. "Wenn embryonale Stammzellen aus dem Ausland importiert werden, dann gehören die wirtschaftlichen Rechte dem, der diese Zellen isoliert hat", sagt er. Deutsche Wissenschaftler betrieben dann eine kostenlose Auftragsforschung für das Ausland. "Das kann nicht die Lösung sein". Seine Lösung: Die begrenzte Freigabe überschüssiger Embryonen auch in Deutschland.

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