Wirtschaft : Stammzellforschung: Stammzellen: Was ist das eigentlich?

Embryonale Stammzellen: Die Zellen werden aus befruchteten Eizellen gewonnen, die entweder bei der künstlichen Befruchtung übrig geblieben sind oder gespendet wurden. Sie lassen sich unbegrenzt vermehren. Aus ihnen können über 200 verschiedene Zelltypen entstehen. So könnten beispielsweise Herzmuskeln für Infarkt-Patienten gezüchtet werden oder Insulin-produzierendes Bauchspeicheldrüsen-Gewebe für Diabetiker. Forschung und Import embryonaler Stammzellen sind in Deutschland nicht ausdrücklich verboten, aber heftig umstritten. Verboten ist dagegen die Herstellung.

Adulte Stammzellen: Die Stamm- oder Vorläuferzellen sind bislang in 20 Organen des Menschen nachgewiesen. Aus ihnen werden ständig neue Blut-, Haut- oder Leberzellen gebildet. Sie kommen in jedem Menschen nur in einem Gewebetyp vor und können sich meistens auch nur zu den Zellen dieses Gewebes entwickeln. Ihre Gewinnung, zum Beispiel aus dem Knochenmark, ist ethisch unumstritten. Allerdings sind ihre Vermehrungsfähigkeit und damit ihre Lebensdauer gegenüber embryonalen Stammzellen begrenzt. Außerdem sind sie nur schwer zu isolieren.

Therapeutisches Klonen: Beim therapeutischen Klonen wird der Zellkern eines Patienten in eine leere Eizelle gespritzt. Dabei entsteht eine befruchtete Eizelle, aus der embryonale Stammzellen gewonnen werden können. Mit dem Klonen soll Ersatzgewebe wie Herzmuskel- oder Nervenzellen aus körpereigenem Material nachgezüchtet werden. Dadurch würden Organtransplantationen einfacher: Zum einen, weil keine Knappheit an Spenderorganen mehr bestünde. Zum anderen, weil das Immunsystem des Patienten das Organ nicht abstoßen würde, da es identisch mit den körpereigenen Zellen wäre.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben