Wirtschaft : Standards ersetzen Überwachung

Umweltallianz zwischen Senat und der Metall-und Elektroindustrie / Strieder sieht Erfolg BERLIN (olm).Verwaltung und Wirtschaft in Berlin sind sich einen Schritt nähergekommen.Auf der Grundlage einer am Freitag unterzeichneten Umweltallianz zwischen dem Senat und dem Verband der Metall- und Elektroindustrie in Berlin und Brandenburg (VME) soll der Verwaltungsaufwand in den Betrieben aber auch in den Behörden künftig reduziert werden.Wie Umweltsenator Peter Strieder dazu erklärte, sei es Ziel dieser Vereinbarung, neben der angestrebten Deregulierung einen unverändert hohen Umweltstandard in den betroffenen Unternehmen zu gewährleisten. Die bundesweit als Pilotprojekt verstandene Allianz sieht vor, daß Behördenvorschriften angepaßt oder erleichtert werden, wenn eine Firma ein betriebliches Umweltmanagementsystem nachweisen kann.VME-Geschäftsführer Christian Amsinck hält die Vereinbarung schon deshalb für wichtig, weil es erstmals gelungen sei, auf Länderebene neben dem EG-Öko-Audit als anerkanntes Zertifikat nun auch das internationale System ISO 14001 mit einzubeziehen.Einer der Vorteile für die beteiligten Berliner Betriebe ist es, daß sich bei Nachweis der Umweltstandards die Überwachungshäufigkeit der Behörden um die Hälfte verringert.Dagegen soll im Immissionsschutz und im Abwasserbereich die Eigenüberwachung der Firmen verstärkt zugelassen werden.Erleichtert registrierte die Industrie auch, daß die Doppelnachweise und Berichtspflichten für die Unternehmen künftig entfallen, wenn diese in der Dokumentation des Umwelt-Managements bereits erfüllt sind. Wie Strieder betonte, gehe es keineswegs um eine mögliche Umgehung von Auflagen.Die Standards seien durch europäische Gesetzgebung festgelegt und einzuhalten.Hier würden lediglich staatlich festgesetzte Zwänge durch eine freiwillige Selbstverpflichtung der Unternehmen ersetzt."Umweltmanagement ist ein Beitrag zur Modernisierung der Betriebe und bedeute gleichzeitig eine Aufwertung des Industriestandortes Berlin", sagte der Umweltsenator.Im übrigen könne heute kein Unternehmen mit globaler Ausrichtung auf ein Öko-Management verzichten. Der Verband hat nun die Aufgabe, bei den 235 Mitgliedsfirmen für eine Teilnahme an der Allianz zu werben.Lediglich 35 Firmenstandorte verfügen bereits über ein standardisiertes Öko-Management.Die Kosten bezifferten Firmensprecher von Siemens und BMW für kleinere Betriebe auf bis zu 5000 DM, wenn die Grundlagen bereits vorhanden sind.Mit bis zu 40 Prozent der Kosten können die Zertifikate aus öffentlichen Töpfen gefördert werden.Mit dem Verband der chemischen Industrie war schon im Juni 1997 eine ähnliche Allianz vereinbart worden.

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