• Standby-Betrieb kostet die deutschen Haushalte 4,5 Mrd. DM - die Auszeichnung soll für Orientierung sorgen

Wirtschaft : Standby-Betrieb kostet die deutschen Haushalte 4,5 Mrd. DM - die Auszeichnung soll für Orientierung sorgen

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Der Standby-Betrieb von elektronischen Geräten kostet die deutschen Haushalte rund 4,5 Mrd. DM jährlich, jede neunte Kilowattstunde wird für den Leerlauf-Betrieb verbraucht. Zeit zu handeln für die "Group for Efficient Appliances (GEA)", eine Vereinigung europäischer Umweltverbände und Energieagenturen: Auf der Ifa präsentierte sie am Dienstag ein Energiespar-Label, das als Orientierungshilfe beim Kauf von Geräten der Büro- und Unterhaltungselektronik dienen soll. Die deutsche Vertretung der GEA, die Gemeinschaft Energielabel Deutschland, will dabei eng mit Herstellern und Großhandel zusammenarbeiten.

Das Label zeigt das rote Wort Energy mit einem breitem, blauen Pfeil nach unten. Vergeben wird es von der GEA an Geräte, die vor allem im Leerlaufbetrieb besonders wenig Strom benötigen. Das Label wird nach GEA-Angaben etwa an ein Viertel der Produkte im Markt vergeben. Die Kriterien für die Vergabe des Labels sollen jährlich neu festgelegt werden, um neue Spar-Technologien berücksichtigen zu können. Dabei folge die GEA der angebotenen Technik, sagt GEA-Sprecher Rolf Schmitz. Möglicher Nachteil: Wenn der Energieverbrauch generell wieder zunimmt, werden Geräte mit höherem Stromverbrauch als zuvor ausgezeichnet. Für die Unternehmen ist die Auszeichnung freiwillig und kostenlos. Auf der Label-Liste stehen heute rund 600 Geräte von 55 Herstellern.

Einsparpotenziale gibt es beim Standby zu hauf: Im Durchschnitt werden rund 75 Prozent des gesamten Energieverbrauchs von Geräten der Büro- und Unterhaltungselektronik im Standby-Betrieb verbraucht. Ein Faxgerät etwa ist zu 80 Prozent in Wartehaltung. Die Berliner Energie Agentur will das Label nun in Berlin verbreiten und hat rund 40 Unternehmen angesprochen. Auch bei Beschaffungen in der Berliner Verwaltung soll das Label künftig eine Rolle spielen. Das stehe in einem Entwurf des Landesenergieplanes, sagt Wolfgang Bergfelder, Staatssekretär im Umweltsenat.

Die Liberalisierung des Strommarktes inklusive Preissenkungen hat nach Ansicht von Wolfgang Müller-Kulmann, Ministerialrat im Bundeswirtschaftsministerium, keine negativen Auswirkungen auf den Willen der Verbraucher, Strom zu sparen: "Die Verbraucher wissen, dass die Strompreise die nächsten Jahre ansteigen werden." Die Energiesteuer sei ein "Signal" gewesen.

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