Standort : Boomtown Adlershof

Deutschlands größter Wissenschafts- und Technologiepark platzt aus allen Nähten – und wächst weiter.

Henrik Mortsiefer

BerlinDer Technologie- und Medienstandort Adlershof feiert 2007 als sein bisher erfolgreichstes Jahr. Auch 2008 soll ungeachtet düsterer Konjunkturaussichten mehr Wachstum und Beschäftigung für Deutschlands größten Wissenschafts- und Technologiepark bringen. „Die Stimmung war noch nie so gut“, sagte der Geschäftsführer der Wista Management GmbH, Hardy Rudolf Schmitz, am Freitag in Berlin. Zur Freude auch des Senats, der Adlershof seit 1991 mit Millionen gefördert hat und heute als Vorzeigestandort international vermarktet: „Früher mussten wir im Ausland erklären, was Adlershof ist, heute fragt man uns danach“, sagte Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linkspartei). Angesichts der steigenden Zahl von neu angesiedelten Firmen, die mit VC-Kapital (Venture Capital) finanziert seien, zeige sich, dass bei kalifornischen Risikokapitalgebern die Botschaft angekommen sei, dass man in Adlershof gut investieren könne. „Wir erleben eine neue Renaissance von Industrie und Produktion in Berlin“, sagte Wolf. Adlershof zeige exemplarisch, wie man aus Wissen Arbeit schaffen könne.

793 Firmen beschäftigen gut 13.400 Mitarbeiter

793 Unternehmen hatten sich bis Ende 2007 im Technologiepark, der Medienstadt und dem angrenzenden Gewerbegebiet angesiedelt. Zusammen beschäftigten sie gut 13 400 Mitarbeiter, 5,8 Prozent mehr als 2006. Hinzu kamen mehr als 1100 Auszubildende und gut 6600 Studenten an den naturwissenschaftlichen Instituten der Humboldt-Universität. Einschließlich Haushalts- und Fördermitteln erzielten die Unternehmen einen Umsatz von 1,4 Milliarden Euro (plus 6,5 Prozent). Der Anteil der Fördermittel war dabei erneut rückläufig und lag zuletzt nur noch bei 3,4 Prozent oder rund 80 Millionen Euro. „Unsere Strategie geht auf, es sind keine Subventionsgräber in Adlershof ausgehoben worden“, sagte Wirtschaftssenator Wolf.

Für 2008 sind die Unternehmen optimistisch: 63 Prozent erwarten steigende Umsätze, mehr als 50 Prozent rechnen mit einer Zunahme der Beschäftigung. Die Attraktivität des Standorts lässt sich auch an der Auslastung der Gebäude und den Erschließungs- und Bauprojekten ablesen. „Wir platzen aus allen Nähten“, sagte Wista-Chef Schmitz. In diesem Jahr soll mit dem Bau eines „Zentrums für Neue Materialien und Mikrosysteme“ mit bis zu 200 neuen Arbeitsplätzen und dem dritten Abschnitt des „Zentrums für Informations- und Kommunikationstechnologie“ begonnen werden. Zwei weitere Technologiezentren sind in der Entscheidungsphase. Für alle vier Zentren ist ein Investitionsvolumen von bis zu 80 Millionen Euro vorgesehen.

Da immer mehr Firmen in eigene Immobilien umziehen wollen und zugleich Neuzugänge Mietraum suchen, kommt auch die Immobilienwirtschaft in Adlershof ins Geschäft, wie Gerhard Steindorf, Geschäftsführer der Adlershof Projekt GmbH, berichtete. Seit Fertigstellung des Groß-Berliner Damms Ende 2006 sei die Nachfrage nach Grundstücken spürbar gestiegen. Nach der Erschließung weiterer großer Flächen erwartet der Projektmanager Investitionen in den kommenden zweieinhalb Jahren im Volumen von 200 Millionen Euro. 

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