Wirtschaft : Standort Deutschland unter dem Durchschnitt

Studie des arbeitgebernahen IW

BERLIN (Tsp).Der Industriestandort Deutschland "weist weiterhin deutliche Mängel bei den entscheidenden Standort-Faktoren auf" und hinke trotz "einer Reihe von Forschritten" noch immer der internationalen Konkurrenz hinterher, schreibt das arbeitgebernahe Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) in einer Mitteilung vom Freitag."Die unter dem Strich negative Standortbilanz ist vor allem Folge der unerledigten Reformaufgaben in der Sozial- und Steuerpolitik", meint das IW.Wie aus dem Standortvergleich hervorgeht, haben westdeutsche Unternehmen vor allem wegen der im Schnitt um 78 Prozent höheren Lohnzusatzkosten die weltweit höchsten Arbeitskosten.Ein Industriearbeiter koste 47,28 DM pro Stunde.Die Gesamtsteuerlast auf den einbehaltenen Gewinnen lag den Angaben zufolge 1996 um 40 Prozent über den Durchschnitt der größten Wettbewerber.Die inzwischen erfolgte Abschaffung der Vermögen- und Gewerbekapitalsteuer sowie die angestrebte Stabilisierung der Rentenbeiträge seien bei weitem nicht ausreichend. Bei einem Durchschnittswert der Industrieländer von 100 liegen die Stundenlöhne in Westdeutschland dem IW zufolge bei 141, die Lohnzusatzkosten bei 178 und die reinen Arbeitskosten bei 155.Die Unternehmenssteuern mit einem Wert von 140 und der Umweltschutzaufwand mit 121 sind ebenfalls deutlich höher als in den Konkurrenzländern.Niedriger sind die Jahressollarbeitszeit (Durchschnitt 100, Westdeutschland 87) und die Maschinenlaufzeiten (79).Erfreulich habe sich die Arbeitsproduktivität im westdeutschen Verarbeitenden Gewerbe entwickelt.Sie lag 21 Prozent über dem Industrieländerdurchschnitt.Damit hatte Westdeutschland nach den Niederlanden die höchste Produktivität.

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