Standorterweiterung in Oranienburg : Pharmahersteller Takeda weiht neue Produktionshalle ein

Der japanische Pharmakonzern Takeda feiert am Freitag die Erweiterung des Standorts Oranienburg. Kanzlerin Angela Merkel ist dabei.

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Arzneimittelproduktion. Der japanische Pharmakonzern Takeda betreibt vier Standorte in Deutschland.
Arzneimittelproduktion. Der japanische Pharmakonzern Takeda betreibt vier Standorte in Deutschland.Foto: Takeda

Nicht immer kann man als Außenstehender Unternehmen beim Wachsen zusehen – vieles spielt sich im Verborgenen ab. In Oranienburg am Brandenburger Standort des japanischen Unternehmens Takeda indes konnte man den Fortschritt seit 2014 verfolgen: Der Pharmakonzern hat auf seinem Firmengelände unweit des Lehnitzsees in den vergangenen Jahren eine neue Produktions- und Multifunktionshalle hochgezogen. Auch das Hochregallager wurde erweitert. Mithilfe der neuen Gebäude will der Arzneimittelhersteller seine Produktionskapazitäten in Zukunft deutlich erhöhen – und am Standort Oranienburg in den kommenden fünf Jahren 180 neue Mitarbeiter und Auszubildende einstellen. Rund hundert Millionen Euro inklusive 23 Millionen Euro öffentlicher Fördermittel des Landes Brandenburg haben die neuen Produktions- und Lagerstätten von Takeda gekostet; am Freitag feiert das Unternehmen ihre Fertigstellung mit deutscher und internationaler Prominenz. Takeda-Chef Christophe Weber wird die Gebäude am Vormittag gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke und Japans Botschafter Takeshi Yagi feierlich eröffnen, anschließend gibt es eine Führung über das Gelände.

Die Deutschlandzentrale befindet sich in Berlin

Takeda ist ein global agierendes Unternehmen mit weltweit mehr als 31300 Mitarbeitern in mehr als 70 Ländern. Schwerpunkt des Geschäfts sind die Entwicklung und Produktion von verschreibungspflichtigen Medikamenten zur Behandlung von Krebs, Magen-Darm-Erkrankungen, Beeinträchtigungen von Herz und Kreislauf sowie für neurologische Krankheiten für den Weltmarkt. Mit einem Jahresumsatz von umgerechnet 13,9 Milliarden Euro (2016) ist Takeda der zweitgrößte Pharmakonzern in Japan. Seit 2012 befindet sich die Deutschlandzentrale des Unternehmens in Berlin an der Jägerstraße in Mitte. Dort werden alle Markt- und Vertriebsaktivitäten in Deutschland gesteuert. Neben den beiden Standorten in Berlin und Oranienburg betreibt auch Takeda zwei weitere Dependancen am Bodensee in Singen und Konstanz (Baden-Württemberg). Insgesamt beschäftigt das Unternehmen in Deutschland mehr als 2000 Mitarbeiter, rund 1400 davon arbeiten in der Produktion. Forschung betreibt der Konzern hauptsächlich in den Vereinigten Staaten von Amerika sowie in Japan.

Der Standort in Oranienburg ist Kompetenzzentrum

Takeda setzt angesichts veränderter regulatorischer Rahmenbedingungen und zunehmend auslaufender Patente in der Pharmaindustrie seit einigen Jahren vor allem auf die Entwicklung und Produktion von Spezialpräparaten. So hat das Unternehmen unter anderem einen monoklonalen Antikörper zum Einsatz beim Hodgkin-Lymphom auf den Markt gebracht, einer vergleichsweise seltenen, aber besonders aggressiven Form von Krebs.
Aus dem Werk in Oranienburg stammen unter anderem Arzneimittel gegen Magengeschwüre und das Reflux-Syndrom sowie Medikamente zur Behandlung von Stoffwechselerkrankungen und neurologischen Beeinträchtigungen. Dem Brandenburger Standort und seinen derzeit rund 765 Beschäftigten kommt dabei nach Angaben des Unternehmens innerhalb des Konzerns eine besondere Bedeutung zu: Die Produktionsstätten an der Lehnitzstraße sind „Kompetenzzentrum“ für die Herstellung fester Arzneimittel, also von Kapseln und Tabletten. Derzeit produziert Takeda im Oranienburger Werk mehr als sechs Milliarden davon pro Jahr. Durch die Erweiterungsbauten auf dem Gelände soll die Produktionskapazität in Zukunft weiter gesteigert werden. Konkretere Angaben bezüglich des angestrebten Volumens wollte das Unternehmen auf Nachfrage nicht machen.
Allerdings werden noch einige Monate ins Land gehen, bis die neue Infrastruktur auch tatsächlich genutzt werden kann: Die baulichen Neuerungen müssen erst noch von diversen Prüfstellen abgenommen werden, bevor sie in Betrieb gehen können. Takeda zufolge könnte es diesen Herbst so weit sein.

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