Wirtschaft : Stark im Abschwung

-

Von Henrik Mortsiefer

Das gefällt der Börse: SAP, Intel, Microsoft und IBM haben in dieser Woche ihrem Namen Ehre gemacht und sich als starke Marktführer präsentiert – mitten in der anhaltenden TechnologieFlaute. Ihre drastischen Sparprogramme zeigen jetzt Wirkung, ihre Kunden sind den bewährten Marken treu geblieben, ihre Größe zahlt sich aus. Honoriert wird dies mit einem Stimmungsumschwung. An den Märkten wird die scheinbare Krisenresistenz der Großen als Indiz für ein baldiges Comeback der gesamten Hightech-Industrie genommen.

Doch so weit ist es leider noch nicht. Gemessen an den teils katastrophalen Misserfolgen der Wettbewerber sehen SAP und Co. zwar tatsächlich gut aus. Aber in absoluten Zahlen schlägt sich in den Quartalsbilanzen immer noch die Krise der Industrie nieder. Die Nachfrage nach Computern ist zum Beispiel noch nicht in Schwung gekommen, und deshalb stagniert die Produktion von Software und Speicherchips. SAP etwa hat mit Softwarelizenzen zuletzt nur zwölf Prozent weniger erlöst. Damit können die Walldorfer jetzt glänzen, weil das Geschäft der Konkurrenten Siebel und Peoplesoft gleichzeitig um mehr als 30 Prozent eingebrochen ist. Aber Minus bleibt Minus – auch bei SAP. Dies umso mehr, als der Lizenzumsatz Frühindikator für das Neugeschäft und den nachfolgenden Wartungs- und Serviceumsatz ist. Und ewig sparen kann auch SAP nicht.

Dass die Walldorfer allerdings ebenso wie die Branchenriesen Microsoft, IBM und Intel ihre Marktanteile im Abschwung ausgebaut haben, zeugt nicht nur von relativer Stärke in der Krise. Im nächsten Aufschwung wird es das Pfund sein, mit dem die Großen wuchern können.

0 Kommentare

Neuester Kommentar