Wirtschaft : Stark in Deutschland und Polen

Josefsson setzt seit Mitte 2000 die Wachstumsstrategie des schwedischen Staatskonzerns um

Berlin - Lars Göran Josefsson (57) ist seit August 2000 Vorstandschef des staatlichen schwedischen Energiekonzerns Vattenfall AB. Unter Josefsson setzte der Konzern eine Wachstumsstrategie um, die ihn zum drittgrößten Energiekonzern Deutschlands machte. In Ostdeutschland übernahm Vattenfall die Mehrheit an der Vereinigten Energiewerke AG (Veag) und der Lausitzer Braunkohle AG (Laubag), unter anderem über die Hamburgischen Elektricitäts-Werke (HEW), an denen Vattenfall schon zuvor beteiligt war. Ende 2001 kauften die Schweden dann für 1,63 Milliarden Dollar vom US-Konzern Mirant dessen 45-prozentigen Anteil am Berliner Stromversorger Bewag. Das war der letzte große Schritt auf einem Weg, an dessen Ende die „Neue Kraft“ (Vattenfall-Werbung) stand: Im August 2002, also zwei Jahre nach Josefssons Amtsantritt, entstand die deutsche Vattenfall Europe AG mit Sitz in Berlin.

Parallel dazu kaufte sich Vattenfall in Polen und Dänemark ein und investierte massiv in Schweden in Windkraft. Josefsson, ein Anhänger der Atomkraft, erkannte für einen Energiemanager relativ frühzeitig – im Jahr 2005 – die Bedeutung des Klimaschutzes. Am 1. Dezember berief Bundeskanzlerin Angela Merkel den Deutsch sprechenden Josefsson zusammen mit dem Potsdamer Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber zum klimapolitischen Berater der Bundesregierung. Umweltgruppen kritisierten das zum Teil heftig, weil Vattenfall mit der Braunkohleverstromung sehr viel Kohlendioxid emittiert. Derzeit investiert das Unternehmen Millionen in eine Pilotanlage, die das CO2 abscheidet und damit für die unterirdische Speicherung aufbereitet. Mit dem industriellen Einsatz wird frühestens 2015 gerechnet.

Tuomo Hattaka (51) ist Vizepräsident der schwedischen Vattenfall AB und seit 2001 Chef der polnischen Vattenfall, dem größten Stromversorger des Landes. Der gebürtige Finne studierte in Finnland Ökonomie sowie in Barcelona. Er war tätig für die Londoner Bain & Company und arbeitete in verschiedenen Funktionen seit Anfang der 90er Jahre in Polen. Hattaka spricht mehrere Sprachen, darunter Deutsch. alf

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