Wirtschaft : Starre Fronten im Pay-TV

Anhörung in Brüssel bringt keine Ergebnisse BONN / BRÜSSEL (rtr).Die privaten Kabelnetzbetreiber rechnen weiter mit einer ablehnenden Haltung der Europäischen Kommission bei der Prüfung der Digital-Allianz zwischen den Medienunternehmen Bertelsmann und Kirch und der Deutschen Telekom.Bei der Brüsseler Anhörung am Mittwoch und Donnerstag seien keine neuen Fakten vorgelegt worden, sagte eine Sprecherin des Kabelbetreiber-Verbands ANGA am Freitag in Bonn.Dies wurde aus dem Umfeld der EU-Kommission in Brüssel bestätigt.Bertelsmann, Kirch und Telekom hätten nun noch bis Anfang Mai Zeit, die Bedenken der Kommission auszuräumen. Der Verband geht weiter davon aus, daß die EU-Kommission bei ihrer Position zum geplanten Zusammenschluß am Markt für digitales Bezahlfernsehen im Kabelnetz bleibe, sagte die Sprecherin.Nach der bisherigen Position der EU-Kommission darf es nicht sein, daß marktdominante Medienunternehmen die Grundlage für das digitale Fernsehen anbieten und sich zusammenschließen.Die ANGA gehe davon aus, daß die Kabelnetzbetreiber am besten geeignet seien, die technische Plattform für das digitale Kabelfernsehen zu betreiben.Zu diesem Kreis gehöre selbstverständlich auch die Telekom. Nach den Plänen von Bertelsmann, Kirch und Telekom soll beim Digitalfernsehen ein von der Kirch-Gruppe entwickeltes Gerät, die D-Box, eingesetzt werden.Mit ihm sollen die Programme empfangen werden, die digital ins Kabelnetz der Telekom eingespeist werden.Zugleich wollen Bertelsmann und Kirch ihre Digitalsender Premiere und DF1 fusionieren.Die Kommission will über die Pläne Ende Mai entscheiden. Die Telekom versorgt über ihr Kabelnetz insgesamt gut 17 Mill.TV-Haushalte.Direkten Zugang hat sie aber nur zu 5,5 Mill.Haushalten.Der Rest wird zusammen mit den privaten Kabelnetzbetreibern und der Wohnungswirtschaft versorgt.Die ANGA sieht sich durch die starke Stellung der Telekom in der Digital-Allianz benachteiligt und hat deshalb bereits in Brüssel Beschwerde eingelegt.

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