Start-up-Firmen : Verhandlungen über Börsensegment „Markt 2.0“ vor Abschluss

Betrugsfälle und Kursverluste hatten vor mehr als zehn Jahren für das Ende des „Neuen Marktes“ an der Deutschen Börse gesorgt. Nun soll ein Segment für Start-up-Firmen wiederbelebt werden.

Junge Wachstumsfirmen sollen spätestens vom nächsten Jahr an in Deutschland leichter an Kapital über die Börse kommen. Die Gespräche der Deutschen Börse mit Start-up-Unternehmen und Investoren über ein von der Koalition geplantes neues Börsensegment stünden kurz vor dem Abschluss, sagte die Mittelstandsbeauftragte der Bundesregierung, Iris Gleicke (SPD), der „Süddeutschen Zeitung“ (Samstag). Mit konkreten Ergebnissen sei frühestens im Spätherbst dieses Jahres, möglicherweise auch erst nächstes Jahr zu rechnen.

Mehr als zehn Jahre nach dem Niedergang des „Neuen Markts“ soll Start-up-Firmen damit der Weg an die Börse erleichtert werden. Im Koalitionsvertrag von Union und SPD heißt es: „Um Börsengänge für junge, innovative und wachstumsstarke Unternehmen wieder zu beleben, werden wir die Einführung eines neuen Börsensegments «Markt 2.0« prüfen.“ Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatte bereits Anfang April in der Haushaltsdebatte angekündigt, es werde an der Einführung von „Markt 2.0“ gearbeitet. Der Bundesverband Deutsche Startups fordert ein solches Börsensegment seit längerem. Schon die schwarz-gelbe Vorgängerregierung plante eine Wiederbelebung des „Neuen Marktes“ für Börsenneulinge - etwa aus der Internet-Wirtschaft.

Der in der Hochphase der „New Economy“ gestartete umstrittene Wachstumsmarkt war nach spektakulären Betrugsfällen und Kursverlusten wieder eingestellt worden. Junge Firmen haben es seit dem Aus des „Neuen Marktes“ schwer, bei Investoren mit einem Börsengang zu punkten. Denn „Wagniskapitalgebern“ fehlt damit eine wichtige Ausstiegsmöglichkeit, um Anteile profitabel wieder zu veräußern. (dpa)

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