Start-ups : Dem Erfolg auf der Spur

Die Berliner Start-up-Szene floriert – und heute sind die Überlebenschancen besser als im Jahr 2000.

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Viel zu tun. Berlin zieht kreative Köpfe aus der ganzen Welt an. Foto: Kitty Kleist-Heinrich
Viel zu tun. Berlin zieht kreative Köpfe aus der ganzen Welt an.Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Mit jungen Firmen ist es wie mit jungen Pflänzchen: Sie gedeihen nur, wenn die Bedingungen rundherum stimmen. In Berlin scheint das im Moment der Fall zu sein. Die Internet-Start-up-Szene boomt wie zuletzt rund um das Jahr 2000. Doch im Unterschied zu damals können die Gründer heute auf eigene Erfahrungen oder starke Netzwerke zurückgreifen.

Immer mehr internationale Investoren kommen in die Stadt und stellen das notwendige Kapital zur Verfügung. Zugleich gibt es jetzt genug potenzielle Nutzer, so dass die Geschäftsmodelle auch aufgehen. In Zahlen ist das schwer zu fassen, denn eine offizielle Statistik über Internet-Start-ups gibt es nicht.

Im Jahr 2009 zählte die IHK 498 Neugründungen in der Informations- und Kommunikationstechnik in Berlin, die meisten davon im Bereich Software und IT-Services. 2010 waren es sogar 559 Neuanmeldungen und 2011 erneut mehr als 500. Auch wenn exakte Zahlen fehlen, der Boom ist spürbar.

Viele Jahre litt Berlin unter dem Ruf, dass hier lediglich gute Ideen aus dem Silicon Valley kopiert werden, um diese Kopien dann zu Höchstpreisen an das Original zu verkaufen. Inzwischen haben die Berliner Gründer sich emanzipiert und die Anti-Copycat-Revolution ausgerufen.

Noch vor Kurzem galt London als das Zentrum der europäischen Internetszene. Inzwischen hat Berlin nach Meinung vieler Beobachter der britischen Metropole den Rang abgejagt. „Berlin ist unfertig und hat noch viel Entwicklungspotenzial“, meint Olaf Acker, Partner und IT-Experte der Strategieberatung Booz &Company. „Die Stadt wird in zehn Jahren eine ganz andere sein, das macht sie einzigartig.“

Dies wiederum ziehe besonders risikofreudige, talentierte und motivierte Leute an. „Für diese Menschen bietet Berlin ein attraktives Umfeld.“ Ein solches Umfeld sei wichtig, da sich die Gründer gegenseitig unterstützten. „Selbst in dem riesigen Land USA gibt es mit dem Silicon Valley nur ein solches Zentrum“, sagt Acker.

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