Wirtschaft : Start-Ups gehen wieder verstärkt an die Börse

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Heimische Risikokapital-Gesellschaften (Venture Capital) haben derzeit vier bis fünf Milliarden Euro, die nach Anlagemöglichkeiten suchen. "Die Mittel werden auf den Markt fluten", sobald die Börse ins Positive drehe, sagt Werner Schauerte, Geschäftsführer der Deutsche Venture Capital (DVC) GmbH, am Donnerstag vor Journalisten in München. Dies erwartet Schauerte ab dem dritten Quartal diesen Jahres.

Schon im laufenden Jahr sei wieder mit Börsengängen von Biotechfirmen aus dem Bereich Life Science zu rechnen. Bei den Mikro- und Systemtechnik sowie Informationstechnologie werde es wohl noch etwas länger dauern. Für daran beteiligte Geldgeber sind mögliche Engagements nun günstig. Die Preise für Startups seien gegenüber den Übertreibungen Anfang 2000 auf ein Zehntel und weniger gefallen, erklärte der DVC-Manager. Langfristig seien daraus Renditen von 20 bis 25 Prozent zu erwarten. Von den überschießenden Renditen der Boomjahre 1999 und 2000 müsse man sich allerdings endgültig verabschieden.

Der Beteiligungsmarkt insgesamt werde im laufenden Jahr eher stagnieren, so Schauerte. Im Vorjahr musste ein Einbruch um ein Viertel auf Bruttoinvestitionen von geschätzt 3,6 Milliarden Euro hingenommen werden. Die deutsche Venture-Capital-Szene erlebe derzeit einen Reinigungsprozess. Ab 2003 erwartet Schauerte, der auch Vorstand des Bundesverbands Deutscher Kapitalgesellschaften ist, für die Branche wieder moderate Wachstumsraten von 20 bis 30 Prozent jährlich. Die DVC selbst will 2002 wie im Vorjahr rund 50 Millionen Euro in junge Technologiefirmen investieren. Sie managt derzeit Fonds mit einem Volumen von 300 Millionen Euro.

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