Start-ups : Samwer-Brüder sammeln 150 Millionen Euro ein

Global Founders Capital investiert in junge Firmen auf der ganzen Welt - will dabei aber Rocket Internet nicht in die Quere kommen.

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Damals gründeten sie noch selbst: Dieses Bild aus dem Jahr 2000 zeigt die Brüder Oliver, Marc und Alexander Samwer. Wenige Monate nach der Gründung der Auktionsplattform Alando verkauften sie diese an Ebay.
Damals gründeten sie noch selbst: Dieses Bild aus dem Jahr 2000 zeigt die Brüder Oliver, Marc und Alexander Samwer. Wenige Monate...Foto: ddp

Berlin - Die Samwer-Brüder sind dafür bekannt, dass sie sich nicht mit Klein- Klein zufrieden geben. Die Internetunternehmer investieren nur in ein Geschäftsmodell, wenn sie dahinter einen großen Markt sehen und dort die Nummer eins sein können. Mit ihren erfolgreichen Gründungen (Alando, Jamba), Beteiligungen (Facebook, Linked-in) und den Verkäufen derselben haben sie viel Geld verdient – dass sie in immer neue Unternehmen stecken. Jetzt haben zwei der Brüder, Oliver und Marc, einen 150 Millionen Euro schweren Fonds aufgelegt, mit dem sie Internetfirmen in der ganzen Welt finanzieren wollen. Dritter im Team von Global Founders Capital ist Fabian Siegel, Mitgründer von Clickandbuy und zuletzt Co-Chef von Delivery Hero.

Das Geld komme von einem kleinen Kreis erfolgreicher Internetunternehmer und der Familie Samwer und nicht etwa von klassischen Finanzinvestoren, sagte Siegel dem Tagesspiegel. Er wird von Berlin aus für den Fonds tätig sein, auch wenn der Fonds seinen Sitz in München hat, wo die Samwers wohnen. Siegel sieht große Wachstumschancen in Südostasien, Afrika und Lateinamerika, wo es wenig Kapital gebe. Zwischen 100 000 und vier Millionen Euro, je nach Stadium, kann eine Firma erhalten. „Aber ein Produkt sollte schon da sein“, sagte Siegel. „An den ersten Deals arbeiten wir noch – in Berlin, Europa und den USA.“ Allerdings werde der Fonds nicht dort einsteigen, wo Rocket Internet tätig ist. „Die Samwers wollen sich schließlich nicht selbst Konkurrenz machen.“

Rocket Internet ist der Inkubator der Samwers in Berlin. Inkubator deshalb, weil Rocket als eine Art Brutkasten für Gründungen funktioniert, die zum Teil rasend schnell wachsen. Der Internethändler Zalando zum Beispiel. Nach eigenen Angaben haben die Samwers inzwischen ein Netzwerk von Internetfirmen mit 27 000 Mitarbeitern in 43 Ländern aufgebaut. Aber ihre Methoden sind umstritten, auch weil sie Geschäftsmodelle kopieren.

Nach Angaben des Bundesverbands Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften hat es seit 2011, als der staatlich initiierte Hightech-Gründerfonds 288,5 Millionen Euro einwarb, nur Earlybird hierzulande geschafft, einen Fonds im dreistelligen Millionen-Euro-Volumen aufzulegen. Corinna Visser

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