Wirtschaft : Steigende Anwaltskosten machen Versicherungen teurer

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Berlin – Die deutschen Versicherer rechnen mit steigenden Anwalts und Gerichtsgebühren. Ursache sei das neue Kostenrecht, das am 1. Juli in Kraft tritt. Dieses werde die Kosten der Rechtsschutzversicherer um mehr als 20 Prozent in die Höhe treiben, sagte Reinhold Gleichmann vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) am Montag in Berlin.

Während Kunden, die in diesem Jahr eine neue Rechtsschutzversicherung abschließen, wohl schon demnächst höhere Prämien zahlen müssen, wird sich das neue Kostenrecht bei bereits Rechtsschutz-Versicherten erst mit Verspätung bemerkbar machen. Der Grund: Beitragserhöhungen können erst dann an die Kunden weitergegeben werden, wenn ein Treuhänder die Kostensteigerungen festgestellt hat. Da im Jahr 2004 noch viele Fälle nach altem Recht abgehandelt würden, würden die Versicherer erst im nächsten Jahr mit voller Wucht von den Kostensteigerungen erfasst. Die damit verbundenen Beitragserhöhungen kämen auf die Versicherten dann zum 1. Oktober 2006 zu, sagte der Vorsitzende des Rechtsschutz-Fachausschusses des Versicherungsverbands.

Um die Kunden trotz der Prämiensteigerungen bei der Stange zu halten, wollen die Versicherer ihnen künftig auch Rechtsberatungen anbieten. Zu diesem Zweck wollen die Versicherer das Rechtsberatungsmonopol der Anwälte lockern – zumindest im außergerichtlichen Bereich. Nachdem sich Justizministerin Brigitte Zypries (SPD) bereits dagegen ausgesprochen hatte, „gibt es jetzt aber Zeichen im Ministerium, dass darüber noch einmal nachgedacht wird“, sagte Gleichmann.

Die Anwaltschaft lehnt den Vorstoß der Versicherer dagegen entschieden ab. Zum Schutz des Verbrauchers gehöre der unabhängige Rechtsrat, den nur Anwälte gewährleisten könnten, betonte der Deutsche Anwaltverein (DAV) am Montag in Berlin. hej

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