Wirtschaft : Stell Dir vor, das neue Jahrhundert bricht an und alle sitzen im Dunkeln.

Kraftwerke und die Anlagen der Stromversorger zählen zu den empfindlichsten Problemfällen.Um nicht tage- oder wochenlang ohne Strom auskommen zu müssen, bedarf es guter Vorbereitung, wie es das Cassandra Projekt (www.cassandra.org) aufzeigt.

Daß beim Strom ein Problem besteht, daran gibt es wenig Zweifel.Nach einem verheerenden Stromausfall in der Hauptstadt Auckland befragte die neuseeländische Regierung im Sommer sämtliche 38 Stromversorger des Landes, wie ihre Anlagen auf das Jahr 2000 gerüstet sind.Nur 13 Firmen antworteten, fünf hatten die Y2K-Zertifizierung geschafft.(Y2K ist eine amerikanische Abkürzung und steht für Year 2 Kilo, wobei Kilo 1000 bedeutet.)

Im Juli 1998 befragte der US-Bundesstaat Minnesota die lokalen Stromversorger und fand heraus, das 51 Prozent keine Vorsorge für den Datumswechsel getroffen hatten.Im Herbst warnte die Bundesregierung vor ernsthaften Schwierigkeiten im Bereich der Strom-, Gas- und Wasserversorgung.Vor allem die kleinen Stromversorger würden die Probleme mit ihren Prozeßsteuerungen nicht ernst nehmen, hieß es.

Wie das Problem aussehen kann, illustriert folgender Fall: In einem englischen Kohlekraftwerk, das als Reservewerk für Stromspitzen dient, wurden probehalber alle Uhren auf das Jahr 2000 vorgestellt.Anschließend wurde die Anlage hochgefahren.Sie lief etwa eine halbe Minute lang, bis die Notabschaltung erfolgte.Der Test lief dreimal, dreimal wurde die Anlage gestoppt - jedesmal von einem anderen Steuerelement.Eine amerikanische Bürgerinitiative von Atomkraftgegnern (NIRS), veröffentlichte unlängst die Untersuchungsergebnisse des KKW Seabrook im Bundesstataat New Hampshire vom November 1998: von 1304 Steuerelementen erwiesen sich 12 als Jahr 2000-gefährdet.Ohne ihren Austausch würde das neue Jahr mit einer Notabschaltung begrüßt werden.

DETLEF BORCHERS

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