Wirtschaft : Stella hat die Hälfte ihres Grundkapitals verloren

lip/HB/dpa

Die börsennotierte Stella Entertainment AG ist in eine finanzielle Schieflage geraten. Der Grund: Das Musicalunternehmen hat mehr als die Hälfte des Grundkapitals verloren, das bislang mit 18 Millionen Euro ausgewiesen wurde. Verantwortlich hierfür ist nach Angaben des Stella-Vorstands Hans-Martin Buhlmann die Bewertung der für das Musicalgeschäft zuständigen Tochtergesellschaft Broadway Musical Management GmbH (BMM), für die vor einigen Tagen ein Insolvenzantrag gestellt wurde. Bei den Anteilen an der BMM handele es sich um den wesentlichen Vermögensgegenstand der Stella Entertainment AG, die selbst nicht in einem Insolvenzverfahren steht. Der Stella-Kurs brach am Montag im Tagesverlauf um zwölf Prozent auf 2,20 Euro ein.

Der Auslöser für die Schwierigkeiten der BMM waren unter anderem sinkende Besucherzahlen sowie hohe Lizenzgebühren etwa für das Musical "Der Glöckner von Notre Dame". Stella betreibt bundesweit sechs Musicaltheater. Darin laufen derzeit Produktionen wie "Cats" und "Mozart".

Der Stella-Vorstand will nun eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen. Wann diese stattfinden soll, ist offen. Denn der Vorstand arbeitet derzeit noch an einem tragfähigen Weiterführungskonzept. "Ich gehe bislang davon aus, dass die AG fortbesteht", sagte Buhlmann. Er schloss dabei aber nicht aus, dass den Stella-Aktionären möglicherweise ein Kapitalschnitt drohe. Ob dann frisches Kapital durch einen neuen Investor nachgeschossen wird, ist unklar.

Die Deutsche Entertainment AG (Deag), Berlin, hatte vor der Krise ihre 75-prozentige Stella-Beteiligung an einen Treuhänder übertragen. Noch am 26. März hatte Stella einen Jahresgewinn von 0,6 Millionen Euro für 2001 und einen positiven Ausblick für 2002 veröffentlicht. Gut einen Monat später hieß es dann, für die BMM sei ein zweistelliger Millionenverlust zu erwarten.

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