Wirtschaft : Stella kann Gehälter nicht zahlen

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Der Musical-Konzern Stella kann die April-Gehälter nicht pünktlich auszahlen. Wie am Montag aus dem Betriebsrat verlautete, wurden die bundesweit rund 2500 Beschäftigten bereits am Sonntagabend auf Betriebsversammlungen von den Zahlungsschwierigkeiten informiert. Begründet worden sei dies damit, dass eine Bank "den Zahlungslauf gestoppt" habe. Das Geld solle aber am 10. Mai überwiesen werden. Das Unternehmen selbst lehnte eine Stellungnahme zunächst ab.

Am Montag berieten die Aufsichtsräte der Stella Entertainment AG sowie der Muttergesellschaft Deag Deutsche Entertainment AG in Berlin über die Situation. Ein Sprecher kündigte für Dienstag eine Stellungnahme an. Gerüchten zufolge muss Stella Insolvenz anmelden. 2001 hatte Stella bei Investitionen von mehr als 20 Millionen Euro rund 600 000 Euro Gewinn gemacht, was deutlich unter den Erwartungen lag. Deag-Chef Peter Schwenkow kündigte an, eine Verlagerung der Stella-Zentrale von Hamburg nach Berlin zu prüfen. Deag hatte wesentliche Stella-Teile im April 2000 gekauft.

Schwenkow hatte zuletzt wiederholt vor einer feindlichen Übernahme des am Neuen Markt notierten Unternehmens gewarnt. Auffällige Kursverluste bei ungewöhnlich hohen Umsätzen deuteten auf die Vorbereitung einer solchen Übernahme hin. "Die Banken entwickeln Abwehrstrategien für uns", sagte Schwenkow, der ein Drittel der Deag-Aktien hält, in einem Interview am vergangenen Freitag. Analysten bewerteten die Äußerungen des Deag-Vorstands skeptisch. Wettwerber kämen kaum als potenzielle Käufer in Frage, da insbesondere das Tournee-Geschäft vom persönlichen Kontakt des Veranstalters zu den Künstlern lebe. "Eine feindliche Übernahme würde dazu führen, dass das Deag-Management das Unternehmen verlässt", so ein Analyst.

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