Wirtschaft : Stella-Musicals: Deag bald auf dem Börsenparkett

Stella-Musicals kommen an die Börse. Der Berliner Konzert- und Tourneeveranstalter Deutsche Entertainment AG (Deag) will sein Musicalgeschäft im Dezember an die Börse bringen. Dazu seien 75,4 Prozent der am Geregelten Markt in München und Hamburg notierten Hegener + Glaser AG übernommen worden, die in Stella Entertainment AG umbenannt werden solle, teilte die Deag am Freitag in einer Pflichtveröffentlichung mit. Die Deag-Tochter Broadway Musical Management GmbH (BMM), die in der ersten Jahreshälfte Teile des finanziell angeschlagenen Musicalunternehmens Stella übernommen hat, solle dann vollständig in die Stella Entertainment AG eingebracht werden.

Die Zustimmung der Aktionäre wolle sich die Deag auf einer für Anfang Dezember terminierten außerordentlichen Hauptversammlung der Hegener + Glaser AG sichern. Die Hegener + Glaser AG hatte den Angaben zufolge ihr operatives Geschäft Ende August dieses Jahres veräußert. Als Vorstandschef der Stella Entertainment AG sei Klaus von der Heyde vorgesehen. Für die auch künftig mehrheitlich der Deag gehörende Tochter Stella Entertainment AG werde mit diesem Schritt nach dem erfolgreichen Turnaround nur neun Monate nach dem Erwerb der direkte Zugang zum Kapitalmarkt erschlossen. Den Aufsichtsratsvorsitz werde Deag-Chef Peter Schwenkow übernehmen.

Neben München und Hamburg werde die Notierunsgaufnahme an weiteren Börsenplätzen vorbereitet. Eine Notierung am Frankfurter Neuen Markt, wo auch die Muttergesellschaft gelistet ist, sei gegenwärtig nicht geplant. "Ein Segmentwechsel ist derzeit nicht vorgesehen", sagte eine Deag-Sprecherin. Die BMM werde wie geplant mit einem zweistelligen Millionengewinn (Ebitda) ihr erstes, neunmonatiges operatives Geschäftsjahr 2000 beenden. Dabei stütze sich die Gesellschaft auf die aktuellen Zahlen und die bis zum Jahresende bisher verkauften Karten.

Ende Februar hatte BMM die profitablen und sanierungsfähigen Betriebsteile der im Insolvenzverfahren befindlichen Stella und deren Tochtergesellschaften gekauft. Die Deag hatte den Kaufpreis damals mit 40 Millionen Mark angegeben. Die Akquisition umfasste die Musical-Produktionen "Phantom der Oper", "Cats", "Starlight Express", "Disneys Glöckner von Notre Dame", "Die Schöne und das Biest", "Tanz der Vampire" und die Stella Musical Reisen GmbH. Der Deag zufolge schrieb Stella bereits im zweiten Quartal 2000 bei rund 60 Prozent Auslastung der Musicals schwarze Zahlen. Im August hatte der Berliner Entertainment-Konzern seine Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr auf 600 Millionen Mark bei einem Ebitda von 40 Millionen Mark angehoben. Im ersten Halbjahr lag der Umsatz bei 125 Millionen Mark (plus 33 Prozent), der Gewinn bei 3,4 Millionen Mark (plus 48 Prozent).

Die Aktien der Deag notierten am Freitag bei einem zunächst freundlichen Gesamtmarkt bis zum Nachmittag bei 29,40 Euro, ein Minus von mehr als acht Prozent. Das bisherige Jahreshoch hatte die Aktie im März bei 46,18 Euro erreicht, das Tief wurde im Mai bei 21 Euro notiert.

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