Wirtschaft : Stellenabbau belastet die Commerzbank

Verlust ist aber geringer als befürchtet.

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Frankfurt am Main - Das eigentliche Bankgeschäft ist in den ersten drei Monaten zwar ganz gut gelaufen. Aber die Kosten für den Umbau der Bank und den Abbau von bis zu 6000 Arbeitsplätzen bis 2016 haben der Commerzbank im ersten Quartal einen Verlust von 94 Millionen Euro beschert. Vor Jahresfrist hatte die Bank noch 355 Millionen Euro verdient. Commerzbank-Chef Martin Blessing hatte aber bereits Ende 2012 gewarnt, dass sich die Belastungen für den Stellenabbau im ersten Quartal auf rund eine halbe Milliarde Euro summieren würden. Eine Prognose für das laufende Jahr gab er am Dienstag nicht ab. Bis zum Erreichen der geplanten Wachstumsziele sei es „noch ein weiter Weg“. Immerhin fiel das Minus im ersten Quartal geringer aus als von Analysten erwartet: Sie hatten mit minus 134 Millionen Euro gerechnet.

Die Bank werde im laufenden Jahr sehr diszipliniert arbeiten. Große Erfolge könnten wenige Monate nach Ankündigung des Umbaus „selbstverständlich“ noch nicht verbucht werden, sagte Blessing. „Aber erste Initiativen besonders im Privatkundengeschäft zeigen bereits Wirkung.“ Das Neugeschäft bei der Baufinanzierung sei im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen. Insgesamt liege das Ergebnis des ersten Vierteljahres im Rahmen der Erwartungen. „Aber es ist noch zu früh von einer grundlegenden Trendwende zu sprechen.“

Im eigentlichen Bankgeschäft erzielte das Geldhaus im ersten Quartal ein Betriebsergebnis von 469 Millionen Euro, knapp 100 Millionen weniger als im Vorjahresquartal, aber fast eine halbe Milliarde mehr als im Schlussquartal 2012. Getragen wurde der Überschuss von der Mittelstandsbank, die 325 Millionen Euro beisteuerte, das Ergebnis im Privatkundengeschäft lag bei 70 Millionen Euro und halbierte sich damit gegenüber dem Vorjahresquartal. Es war aber deutlich besser als im letzten Vierteljahr 2012, vor allem wegen höherer Einnahmen im Wertpapiergeschäft und geringerer Risikovorsorge.

Unterm Strich aber zogen die Altlasten vor allen aus der Schiffsfinanzierung und die Restrukturierungskosten die Bank auch im ersten Quartal ins Minus. Ende März beschäftigte die Bank weltweit knapp 54 100 Mitarbeiter, rund 3000 weniger als ein Jahr zuvor. In Deutschland waren es 42 100, ein Minus von 1500 Stellen. Für die Bank ist das besser als erwartet ausgefallene Ergebnis ein Lichtblick, der für die anstehende Kapitalerhöhung wichtig ist. Ab Mitte Mai will die Commerzbank rund 2,5 Milliarden Euro einsammeln. Damit sollen die verbliebenen stillen Einlagen des Bundes und der Allianz zurückgezahlt werden. Rolf Obertreis

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