Stellenabbau : Einigung zwischen Telekom und ver.di geplatzt

Zwischen der Deutschen Telekom und ver.di hat es überraschend keine Einigung über den geplanten massiven Stellenabbau gegeben.

Berlin/Bonn - Die zuständigen Gremien der Gewerkschaft hätten das von der Telekom unterbreitete Angebot abgelehnt, sagte Lothar Schröder vom Bundesfachbereichsvorstand der Gewerkschaft am Donnerstag der dpa. Am Vorabend hatte es noch geheißen, dass sich die Tarifpartner auf eine Lösung geeinigt hätten. Bis Ende 2008 will sich der größte Telekommunikationskonzern Europas ohne betriebsbedingte Kündigungen von 32.000 Beschäftigten trennen.

In einer ersten Stellungnahme bedauerte die Telekom die Entscheidung der Gewerkschaft. Das Unternehmen halte seine Angebot aufrecht und sei weiterhin verhandlungsbereit, sagte ein Konzernsprecher in Bonn. Zugleich kündigte er an, dass das Unternehmen jetzt beginne, mit sozialverträglichen Angeboten (Abfindungen, Vorruhestand) den Stellenabbau umzusetzen.

Telekom-Konzernchef Kai-Uwe Ricke hatte die Stellenabbau-Pläne unter anderem mit dem zunehmenden Wettbewerb und der Notwendigkeit begründet, das Unternehmen zukunftssicher zu machen. Gegen diese Pläne hatten in den vergangenen Wochen die Telekom-Mitarbeiter, Betriebsräte und ver.di scharf protestiert. Am stärksten betroffen von den Sparplänen ist die Festnetzsparte T-Com mit rund 20.000 Beschäftigten.

Ver.di forderte in den Verhandlungen unter anderem eine Qualitäts- und Serviceinitiative sowie den Ausschluss von betriebsbedingten Kündigungen über das Jahr 2008 hinaus. Die Telekom wollte aber nicht an den Plänen zum Stellenabbau rütteln, sagte Schröder weiter. Zwar seien Angebote gemacht worden, die zu einem höheren Personalaufbau führen und damit den Arbeitsplatzabbau abfedern könnten. Aber dazu wurden keine Garantien ausgesprochen.

Mit den Sparplänen würde eine "unglaubliche Belastung auf die Beschäftigten zukommen", unterstrich Schröder. Die Verhandlungen seien vor allem durch die Pläne der Telekom belastet worden, die Call-Center zu schließen, ohne dass das Unternehmen bereit gewesen sei, den Interessen der Beschäftigten entgegen zu kommen.

Die Dimension des vorliegenden Angebotes der Telekom passe nicht zum Ausmaß der Stellenabbaupläne, resümierte der stellvertretende ver.di-Vorsitzende Franz Treml. Unbefriedigend seien auch die Perspektiven für die Nachwuchskräfte geblieben. Ferner habe es die Unternehmensleitung abgelehnt, den Ausschluss von betriebsbedingten Kündigungen über 2008 hinaus zu verlängern. (tso/dpa)

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