Wirtschaft : Stellenabbau ist fast zum Erliegen gekommen - Pro-Kopf-Umsatz erreicht 85 Prozent des Westniveaus

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Der Stellenabbau im ostdeutschen Maschinen- und Anlagenbau ist im vergangenen Jahr erstmals seit 1990 nahezu zum Stillstand gekommen. Wie der Vorsitzende des VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau) Landesverband Nordost, Wolfgang Koch, am Montag in Berlin erklärte, sank die Beschäftigung in der Branche 1999 im Osten nur noch um 0,2 Prozent. Dabei stiegen die Umsätze um knapp neun Prozent. Demgegenüber sei die Beschäftigung in der Branche bundesweit im vergangenen Jahr um ein Prozent zurückgegangen, während die Umsätze um zwei Prozent sanken.

Die gute Auslandskonjunktur und das insgesamt günstige Investitionsklima ließen einen realen Produktionsanstieg von drei Prozent im laufenden Jahr erwarten, betonte Koch. Damit sei auch ein moderater Personalaufbau vorstellbar, wenngleich im Osten noch nicht von einem beschäftigungswirksamen Auftragseingang und -bestand gesprochen werden könne. Natürlich spielten auch die Lohnabschlüsse eine entsprechende Rolle. Man sei diesbezüglich bereits mit "hohen Vorbelastungen" ins neue Jahr gestartet. Die letzten Abschlüsse seien zu hoch ausgefallen. Es habe kaum Spielraum für Preisanpassungen gegeben. Insbesondere für die mittelständischen Firmen sei das ein Problem, betonte Koch. Im Übrigen müsse sich auch der Maschinenbau auf einen Arbeitskräfteengpass einstellen.

Insgesamt habe der ostdeutsche Maschinenbau in den letzten Jahren kräftig aufgeholt. Seit zwei Jahren befinde sich die Branche auf Wachstumskurs. Gemessen am Pro-Kopf-Umsatz werde mit inzwischen rund 235 000 Mark knapp 85 Prozent des Westniveaus erreicht. Auch die Kapazitätsauslastung liege mit etwa 82 Prozent nur noch geringfügig unter dem westlichen Niveau. In den alten Bundesländern beträgt die durchschnittliche Auslastung zurzeit 85 Prozent. Obwohl auch die Exporte im ostdeutschen Maschinenbau kletterten - die Exportquote stieg um über vier Prozent -, liege die Exportquote in den neuen Ländern aber immer noch um 20 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt.

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