Stellenabbau : Nokia-Siemens-Beschäftigte wehren sich gegen Kahlschlag

Ein europaweiter Aktionstag gegen den massiven Jobabbau bei Nokia-Siemens hat Beschäftigte des Konzerns an elf Standorten auf die Straße gebracht. Zeitgleich trafen sich Vertreter des Unternehmens und der Gesamtbetriebsrat.

Nokia Siemens
Die Beschäftigten von Nokia-Siemens wehren sich gegen den Kahlschlag.Foto: dpa

Mit einem europäischen Aktionstag haben Beschäftigte des neuen Telekommunikations-Riesen Nokia Siemens Networks gegen den geplanten drastischen Jobabbau bei dem Unternehmen Front gemacht. An elf größeren Standorten des Unternehmens in Deutschland sowie an mehreren europäischen Nokia-Siemens-Standorten hätten tausende Beschäftigte bei Versammlungen und Kundgebungen gegen die Pläne protestiert, sagte Michael Leppek von der IG Metall in München.

Anlass sei auch ein parallel stattfindendes Treffen zwischen Vertretern des Unternehmens und des Gesamtbetriebsrats in München gewesen, bei dem das Management seine Pläne nochmals erläutern wollte. Seit deren Bekanntgabe habe sich das Unternehmen "keinen Millimeter bewegt", kritisierte Leppek. Der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats des Unternehmens, Georg Nassauer, erklärte, die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens hänge von seiner Innovationsfähigkeit ab. "Statt Personalabbau brauchen wir eine Innovationsoffensive gemeinsam mit den Beschäftigten."

Gewerkschaft: "Horror-Zahlen zurücknehmen"

Der Telekomausrüster Nokia Siemens hatte bereits einige Wochen nach dem Start angekündigt, in Deutschland bis zu 2900 der 13.000 Arbeitsplätze zu streichen. Weltweit sollen 9000 von bisher 60.000 Stellen wegfallen. "Wir wollen das Management auffordern, die Horror-Zahlen zurückzunehmen", sagte Leppek. Auch die zuständige Gewerkschaftssekretärin bei der IG Metall in Berlin, Irene Schulz, erklärte: "Wir fordern eine deutliche Korrektur der Abbauzahlen, die Information über geplante Ausgliederungen und eine langfristige Perspektive für die NSN-Beschäftigten in Deutschland und am Standort Berlin."

Schwerpunkt des Aktionstages war nach Gewerkschaftsangaben eine Demonstration in Berlin mit rund 2000 Beschäftigten. An drei Münchner Standorten des Unternehmens hätten sich rund 1000 Beschäftigte an Aktionen beteiligt. Auch in Italien, Belgien und Finnland sei es zu Arbeitsniederlegungen beziehungsweise Demonstrationen gekommen. (mit dpa)

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