Wirtschaft : Stellenstreichungen und Verkauf nicht-strategischer Firmen

Die Telecom Italia (TI) wird sich von mehr als 30 000 ihrer 127 000 Beschäftigten trennen. Konzernchef Roberto Colaninno kündigte an, 13 000 Stellen zu streichen und Unternehmen zu verkaufen, die nicht zum Kerngeschäft Telekommunikation gehören. Der Chef des Gewerkschaftsbundes CISL, Pierpaolo Baretta, zeigte sich erstaunt darüber, dass Colaninno im direkten Gespräch mit Industrieminister Pierluigi Bersani und den Arbeitnehmervertretern keine Zahlen genannt hatte, am Donnerstag nach Börsenschluss jedoch konkreter wurde. "Wahrscheinlich hat ihn der Kursabfall der TI-Aktien um fast zwei Prozent motiviert, härtere Zahlen aus dem Ärmel zu ziehen", sagte Baretta. Er bezweifelte auch die Angabe Colaninnos, wonach 9000 Telecom-Mitarbeiter ohnehin kurz vor der Rente stünden. Die Stellenstreichungen sollen zusammen mit dem Verkauf nicht-strategischer Firmen zu Kosteneinsparungen in Höhe von 4500 Mrd. Lire (4,55 Mrd. DM) beitragen. Neben großen Firmen wie Italtel oder Sirti gehören zur Telecom 20 bis 30 kleinere Unternehmen, die Colaninno noch in diesem Jahr verkaufen oder schließen will. Die Gewerkschaften fordern im Hinblick auf diese Firmen eine "Überprüfung der Konsequenzen für die Beschäftigten".

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