• "Stern"-Bericht löst Spekulation über Umzugspläne in die USA aus. Aufsichtsratsmitglied dementiert: Wir bleiben in Stuttgart

Wirtschaft : "Stern"-Bericht löst Spekulation über Umzugspläne in die USA aus. Aufsichtsratsmitglied dementiert: Wir bleiben in Stuttgart

alf/ro

Berichte über eine mögliche Verlegung des DaimlerChrysler-Firmensitzes von Stuttgart in die USA sind am Dienstag vom stellvertretenden Aufsichtsratvorsitzenden der DaimlerChrysler AG, Erich Klemm, dementiert worden: "Das ist eigentlich kein Thema, davon bin ich überzeugt", sagte Klemm am Rande des IG Metall Gewerkschaftstages in Hamburg. Der "Stern" hatte am Dienstag vorab berichtet, DaimlerChrysler-Chef Jürgen Schrempp lasse intern prüfen, den Firmensitz in die USA zu verlegen. Ein Sprecher der DaimlerChrysler AG sagte in Stuttgart dazu, dies sei eine reine Spekulation, zu der man nicht Stellung nehmen wolle.

Bei der Fusion von Daimler-Benz und Chrysler habe es die "klare Aussage und das Versprechen" des Vorstands gegeben, "dass der Firmensitz in Stuttgart ist", sagte Erich Klemm. Insbesondere der Vorstandsvorsitzende sollte sein Wort halten, woran er "keinen Zweifel habe". Er habe am Mittwoch mit "jemandem gesprochen, der direkten Zugang zu Herrn Schrempp hat", und es gebe für ihn "keinen Anlass, anzunehmen, dass es andere Überlegungen gibt". Klemm, der als Konzern-Betriebsratsvorsitzender im DaimlerCrysler-Aufsichtsrat sitzt, kritisierte allerdings die Kommunikationspolitik des Unternehmens: Er hätte es begrüßt, "wenn das Unternehmen mit einer klaren Erklärung das aus der Welt geschafft hätte".

Hintergrund der Überlegungen, den DaimlerChrysler-Sitz in die USA zu verlegen, ist laut "Stern" vor allem der schlechte Aktienkurs, der seit der Ankündigung der Fusion um über ein Drittel gefallen ist. Allein seit Jahresanfang fiel das Papier um fast 19 Prozent, schlechter schnitten unter den 30 Dax-Werten nur VW, Degussa-Hüls und Metro ab. Analysten bewerteten Umzugspläne des Konzerns am Dienstag zurückhaltend. "Ein solcher Schritt wäre sehr kurzfristig gedacht", glaubt Jürgen Pieper, Autoanalyst beim Bankhaus Metzler. Er hätte zudem zur Folge, glaubt Pieper, dass Daimler stille Reserven offen legen und dehalb Steuern in Milliardenhöhe zahlen müsste.

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