Steueraffäre : BayernLB will Liechtenstein verlassen

Hat die bayerische Landesbank Deutschen bei der Steuerhinterziehung in Liechtenstein geholfen? Durch die Ermittlungen kommt die Staatsbank offenbar unter Druck, sich von ihrer dortigen Tochterfirma zu trennen.

MünchenDer Rückzug der BayernLB aus dem Fürstentum werde von den zuständigen Organen und Gremien vorbereitet, berichtet die  "Süddeutsche Zeitung". Dass die halbstaatliche Landesbank seit Oktober 2007 in Liechtenstein präsent ist, war von der Opposition im bayerischen Landtag heftig kritisiert worden. Die SPD hatte angekündigt, mit allen parlamentarischen Mitteln herausfinden zu wollen, ob die Bank indirekt dazu beitrage, in Liechtenstein "Vermögen vor dem deutschen Fiskus zu verstecken und Steuern zu hinterziehen".

Die BayernLB hatte vor vier Monaten für 1,6 Milladen Euro die österreichische Großbank Hypo Alpe Adria Bank International AG (HAAB) mehrheitlich übernommen und so indirekt auch bei deren Liechtensteiner Ableger eingekauft, der Hypo Alpe Adria Liechtenstein AG. Diese Bank bietet laut "SZ" ihren Kunden an, den dortigen Finanzplatz "optimal zu nutzen". Die Zeitung hatte nach eigenen Angaben vergangene Woche bei der Hypo Alpe Adria Liechtenstein AG angefragt, ob bei ihr Vermögen mit Hilfe von Treuhändern und Stiftungen angelegt werden könne. Die Bank antwortete laut "SZ" "ausweichend, 'wir haben den Eindruck, dass wir offensichtlich nicht Adressat dieser Fragen sein können.'"

Die BayernLB teilte der "SZ" mit, ihre Tochter HAAB wolle "unverzüglich" den Ausstieg aus der Liechtensteiner Bank prüfen und dieses Thema auf die Tagesordnung der nächsten HAAB-Aufsichtsratssitzung am 6. März setzen. In dem Kontrollgremium sind die Vertreter der BayernLB in der Mehrheit und können einen solchen Schritt somit durchsetzen. Der BayernLB zufolge erklärte der HAAB-Vorstand, er habe den Verkauf des Anteils an der Liechtensteiner Bank in Höhe von 49 Prozent ohnehin vorsorglich geplant. Und zwar für den Fall, "dass es zu Unverträglichkeiten mit unserem neuen Eigentümer, der Bayerischen Landesbank, kommen könnte". (ho/AFP)

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