Wirtschaft : Steueraffäre: Ermittlungen ausgeweitet

Berlin - In der Steueraffäre um Stiftungen in Liechtenstein gerät das Fürstentum international immer stärker unter Druck. Nach „Handelsbatt“-Informationen aus Ermittlerkreisen befanden sich auf der gestohlenen CD mit Daten von Steuersündern auch Informationen über betrügerische Geldanlagen ausländischer Bürger. Diese Daten könnten nun an deren Heimatstaaten weitergegeben werden. „Wenn man heimlich ganze Datensätze auf eine CD kopiert, dann sortiert man nicht nach Nationalität“, hieß es in den Kreisen.

Das Bundesfinanzministerium bestätigte, dass sich mit „hoher Wahrscheinlichkeit“ auch Kundendaten aus anderen Ländern auf der CD befinden. Diese Informationen würden im Rahmen der Rechtshilfe an die betroffenen Länder weitergeleitet. Anfragen gebe es bereits aus Finnland, Schweden und Norwegen.

Wie es im Finanzministerium hieß, habe die gegenseitige Information der Strafverfolgungsbehörden im Zuge des Kampfes gegen Terrorismus und Geldwäsche erheblich zugenommen. So hätten vor Jahren die USA unaufgefordert Daten von Steuerhinterziehern nach Deutschland geschickt, nachdem dort ein Hinterziehungsmodell aufgeflogen war. „Ich bin mir sicher, wir finden Verbündete“, sagte ein Sprecher von Finanzminister Peer Steinbrück.

Auch britische Fahnder sollen sich durch einen bezahlten Informanten in Liechtenstein Bankdetails von Steuerflüchtlingen beschafft haben. Nach Angaben der „Sunday Times“ handelt es sich um denselben Mann, der dem Bundesnachrichtendienst (BND) Daten aus der LGT-Bank für 4,2 Millionen Euro verkauft haben und bereits 2004 in dem Fürstentum wegen Datendiebstahls vor Gericht gestanden haben soll. Britische Steuerfahnder hätten dem Informanten 100 000 Pfund (135 000 Euro) für Liechtensteiner Kontodetails von bis zu 100 Staatsbürgern des Vereinigten Königreichs gezahlt. HB/dpa

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