Wirtschaft : Steueraffäre um Nord/LB zieht immer weitere Kreise

HANNOVER (dpa).Die Steueraffäre bei der Norddeutschen Landesbank (Nord/LB) in Hannover zieht immer weitere Kreise.Mehr als 1000 Kunden der Bank zeigten sich mittlerweile selbst an und räumten dabei Steuerhinterziehungen in einer Gesamthöhe von fast 36 Mill.DM ein, sagte Oberstaatsanwalt Nikolaus Borchers am Donnerstag.Er bestätigte damit einen Bericht der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" (HAZ) vom selben Tag.Gegen fünf Mitarbeiter des Geldinstituts seien Ermittlungsverfahren wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung eingeleitet worden. Nach einer Hochrechnung der Steuerfahndung haben rund 10 000 Anleger mehr als 100 Mill.DM Zinsgewinne aus Geldanlagen bei einer Luxemburger Nord/LB-Tochter nicht versteuert.Nach der Aufarbeitung eines Drittels der rund 10 000 Fälle ergab sich ein Gesamtbetrag von mehr als 46 Mill.DM an hinterzogenen Steuern, hieß es.Bislang seien in dem seit April 1996 laufenden Komplex 270 Ermittlungsverfahren eingeleitet worden. Borchers betonte, der Verdacht der Beihilfe richte sich nur gegen fünf Sachbearbeiter.Hinweise auf eine Verstrickung des mittleren oder oberen Managements gebe es bislang nicht.Wie lange die Auswertung des bei einer Durchsuchung der Bank 1995 sichergestellten Materials noch dauert, sei zur Zeit noch nicht absehbar.Die zeitaufwendige Decodierung von Konten und Namen werde sicher noch einige Zeit, möglicherweise noch mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Ein Sprecher der Norddeutschen Landesbank sagte am Donnerstag in Hannover, die Bank gehe weiterhin davon aus, daß sich die fünf Mitarbeiter korrekt verhalten hätten.Sie seien allesamt noch auf ihren Posten für die Nord/LB tätig."Bislang gibt es nur einen Anfangsverdacht.Das bedeutet ja, daß die Schuld noch gar nicht erwiesen ist", sagte der Banksprecher.

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