Wirtschaft : Steuererklärung 2002: Schnelle Helfer für die Steuer

Markus Kahr

In Kürze ist es wieder soweit: Der 31. Mai steht vor der Tür. Jetzt heißt es, Belege raussuchen, Ordner wälzen, Steuerunterlagen des vergangenen Jahres suchen und auf einen regnerischen Nachmittag warten, um das leidige Thema Steuern zu erledigen. Dass es aber auch anders geht, ist kein Märchen, sondern Realität. Hersteller von Steuerberechnungsprogrammen sowie Steuerfachbuchautoren bieten entsprechende Hilfen an. Aber auch die Kombination von Software und Handbuch sind erhältlich. Grafik: Steuerprogramme im Vergleich Müssen lediglich die Daten der Lohnsteuerkarte abgeschrieben werden, lohnt es sich nicht, Geld in Steuersoftware zu investieren. Auch die Fahrtkosten zur Arbeitsstätte werden auf der zweiten Seite der Anlage N in die bekannten Felder eingetragen und bedürfen keiner weiteren Erläuterung.

Ist der Steuerfall etwas umfangreicher, weil zum Beispiel noch Krankheitskosten angefallen sind, bieten Steuerratgeber eine gute Hilfe. Wenn jedoch zusätzliche Kosten, zum Beispiel Werbungskosten wie Computerabschreibung, Telefonkosten, doppelte Haushaltsführung, Reisekosten, Kosten für Bewerbungen oder Unfallkosten ermittelt werden sollen, führt an einem Steuerberechnungsprogramm kein Weg vorbei, es sei denn, ein Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein übernimmt die Erstellung der Einkommensteuererklärung.

Welches Steuerberechnungsprogramm eignet sich besonders für Arbeitnehmer? Gibt es zwischen den Herstellern große Unterschiede oder ist es gleichgültig, welches Programm man kauft? Welcher Hersteller hilft, das beste aus der Steuererklärung herauszuholen?

Dabei gilt: Die Steuerberechnungsprogramme müssen für jedes Jahr neu erworben werden, da sich die Steuergesetze jährlich ändern. Leider ist es nicht möglich, mit der Software für das Jahr 2000 die Einkommensteuererklärung 2001 zu erstellen.

Mittlerweile sind alle im Handel befindlichen Programme "erwachsen" geworden. Sie bieten einen Leistungsumfang, der von den meisten Steuerzahlern nicht benötigt wird. Wer aber die neueste Software der Hersteller einsetzt, kann sicher sein, im so genannten Interviewmodus, keine Steuersparmöglichkeit auszulassen. Hierbei fungiert die Software als virtueller Steuerberater und fragt sowohl die gesamten Einnahmen, als auch die möglichen Werbungskosten ab.

Wer diesen für Anfänger und Laien gedachten Weg geht, muss für einen Steuerfall, der reichlich Werbungskosten bietet, rund zwei bis vier Stunden Arbeit einplanen. Im Gegenzug kann sich jeder Anwender aber auch sicher sein, absolut kein Geld zu verschenken. Wer sich im Steuerrecht ein wenig auskennt, schaltet auf den Expertenmodus und überspringt unbedeutende Abschnitte. Wer dann bei einzelnen Eingaben unsicher ist, schaltet wieder in den Interviewmodus und lässt sich durch die Assistenten führen.

Wer jetzt glaubt, dass die ganze Belegsucherei der Vergangenheit angehört, der liegt leider falsch. Damit die Programme richtig arbeiten können, müssen sie mit den notwendigen Daten versorgt werden. Hierzu sind dann natürlich die Belege notwendig. An den Stellen, an denen der Fiskus Pauschbeträge akzeptiert, werden die Steuerzahler in vielen Programmen auf diese Arbeitsvereinfachung hingewiesen.

Am Ende der ganzen Mühe, drucken alle Anbieter die Einkommensteuererklärung auf Blankopapier aus. Die dünnen amtlichen Steuervordrucke gehören damit der Vergangenheit an. Als weiterer Service wird im Auswertungsmodus ein kommentierter Steuerbescheid zur Verfügung gestellt. Erkennt das Finanzamt alle Angaben an, ist die Rückerstattung schon jetzt bekannt. Trifft der Einkommensteuerbescheid dann per Post ein, können Abweichungen schnell gefunden und analysiert werden. Die Kosten für die Programme sind als Steuerberaterkosten obendrein in voller Höhe als Sonderausgaben abzugsfähig.

Fazit: Wer im Vorjahr mit seinem Programm zufrieden war, braucht nicht zu wechseln. Steht die erstmalige Anschaffung an, sind Laien mit dem Steuer-Spar-System (Akademische Arbeitsgemeinschaft) bestens bedient. Wer über etwas größere steuerliche Grundkenntnisse verfügt, für den ist Taxman oder T@x 2002 die richtige Wahl.

Tipp: Bevor man mit der Bearbeitung der Steuererklärung beginnt, sollte das aktuelle Update des Herstellers aus dem Internet heruntergeladen werden. Alle Hersteller stellen ihren Kunden verbesserte Programmversionen zur Verfügung. Hierbei wurden kleinere Fehler beim Ausdruck oder der Berechnung behoben.

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