Wirtschaft : Steuerfalle Firmenwagen

Kleine Ursache, große Wirkung.Versteckt im großen Steuerreformpaket findet sich eine steuerpolitische Mine, die besonders kleinen und mittleren Betrieben zusetzen wird.Bisher nämlich können sich Unternehmen beim Kauf von Firmenwagen die gezahlte Mehrwertsteuer per Vorsteuerabzug voll vom Finanzamt zurückholen.Das soll ab Januar anders werden: Nutzen die Beschäftigten die Autos auch privat, gibt es im Wege des Vorsteuerabzugs nur noch den halben Mehrwertsteuersatz zurück.Beispiel: Kauft ein Betrieb ein Auto für 100 000 DM, kann es vom Finanzamt eine Mehrwertsteuererstattung von 16 000 DM verlangen - aber nur, wenn der Kauf noch im Dezember über die Bühne geht.Wer bis Januar wartet, kann nur noch 8000 DM kassieren.Gerade für kleine und mittlere Firmen sei die geplante Änderung eine Katastrophe, warnt Marlene Großkreutz, Vorsitzende des Steuerberaterverbandes Berlin-Brandenburg.Denn bei ihnen werde der Firmenwagen in 80 Prozent der Fälle auch privat genutzt.

Während die Vergünstigungen gekürzt werden, soll es bei den Belastungen bleiben.Schon die alte Regierung hatte beschlossen, daß Arbeitnehmer für privat genutzte Firmenwagen zahlen müssen.Wer kein Fahrtenbuch führt, bekommt ein Prozent des Listenpreises als geldwerten Vorteil auf sein Gehalt angerechnet.Beispiel: Für einen BMW, Neupreis 43 000 DM, werden monatlich 430 DM angesetzt, für die man Steuern und Sozialabgaben abführen muß.

Was tun? Steuerberater empfehlen: Firmenwagen, die auch privat gefahren werden sollen, noch im Dezember kaufen.Herumgesprochen hat sich das aber wohl noch nicht.Von einem Nachfrageboom im Firmenkundengeschäft könne keine Rede sein, heißt es etwa bei VW in Wolfsburg.

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