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Steuerhinterziehung : Liechtensteins Banken blocken bei Steuer-CDs

Liechtenstein will seinen Ruf als Steuerparadies los werden, Banken drängen auf Selbstanzeigen. Aber Amtshilfe bei Steuer-CDs leisten sie nicht, sagt der Verband.

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Adolf Real, Präsident des Bankenverbands in Liechtenstein
Adolf Real, Präsident des Bankenverbands in LiechtensteinFoto: Kai-Uwe Heinrich

Liechtensteins Banken leisten deutschen Finanzbehörden keine Amtshilfe bei Ermittlungen, die auf Steuer-CDs basieren. Dass Deutschland Steuer-CDs ankauft, um an Daten von vermeintlichen Steuerhinterziehern zu kommen, sei nicht vertretbar, sagte der Präsident des Liechtensteinischen Bankenverbands, Adolf E. Real, dem Tagesspiegel. Das Stehlen von Daten sei eine kriminelle Handlung. "Das wollen wir nicht unterstützen", betonte Real, "deshalb leisten wir auch keine Amtshilfe, wenn die zugrunde liegenden Daten von einer gestohlenen Steuer-CD stammen." Dennoch will Liechtenstein seinen Ruf als Steueroase loswerden. "Mittlerweile haben wir alle internationalen Standards umgesetzt", betonte Real. Erst kürzlich habe die OECD bestätigt, dass Liechtenstein die Anforderungen zur Steuerkonformität erfülle. Die Liechtensteiner Banken hätten alle Kunden darauf hingewiesen, dass ihre Daten ab dem kommenden Jahr im Rahmen des neuen Informationsaustausches an die Finanzbehörden weitergegeben werden. "Wir haben versucht, unsere Kunden über die Selbstanzeige in die Steuerehrlichkeit zu begleiten, was inzwischen weitestgehend abgeschlossen ist", sagte Real. Verhindern, dass Kunden ihr Geld in eine andere Steueroase bringen, könne man aber nicht. "Jeder Kunde kann selbst entscheiden, was er mit seinem Geld macht", betonte Real.

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